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Titelbild zum Beitrag: Unerlässlich für die Wirtschaft
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Unerlässlich für die Wirtschaft

Investitionen im Überblick

Investitionen kommt eine große Bedeutung zu. In einer Volkswirtschaft können sie sogar als wichtigster Garant für Wachstum und Beschäftigung angesehen werden. Allerdings ist Investition nicht gleich Investition. Der Ökonom unterscheidet zwischen Investitionsarten und ebenso zwischen unterschiedlichen Investitionsabsichten. Zudem identifiziert er auch verschiedene Determinanten, die die Investitionstätigkeit in einer Volkswirtschaft beeinflussen.

Von Prof. Dr. Lothar Wildmann, Berufsakademie Villingen-Schweninngen

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Investitionen gehören zu den bedeutendsten Größen im wirtschaftlichen Geschehen. Sie haben sowohl in der Betriebs- als auch in der Volkswirtschaftslehre eine hohe Relevanz. Sie signalisieren Vertrauen in die Zukunft: Investitionstätigkeit lässt sich auch mit dem Anpflanzen eines Baumes gleichsetzten. Sie erfolgt stets in der Hoffnung, dass sie später Früchte trägt. Eine Investition kann der Kauf eines Computers, einer Fertigungsanlage oder aber der Kauf eines großen Bürogebäudes sein.

Aus volkswirtschaftlicher Perspektive haben Investitionen eine Verstärkungswirkung. Diese kann sich in einem Kapazitäts- oder aber in einem Multiplikatoreffekt zeigen. Ersterer wirkt auf die gesamtwirtschaftliche Produktionskapazität. Der Multiplikatoreffekt zieht folgende Effekte nach sich: Investitionen schaffen Arbeitsplätze und damit neue Einkommen bei den privaten Haushalten. Dies hat Auswirkungen auf deren Konsum und folglich auf den Umsatz der Unternehmen. Das wiederum kann die Investitionsbereitschaft von Unternehmen beflügeln. Die Folge: Unternehmen florieren, die Wirtschaft wächst und der Wohlstand der Menschen nimmt zu.

Investitionsarten: Wer investiert?

Investitionsarten lassen sich nach dem Investor klassifizieren. So gibt es Unternehmensinvestitionen (z. B. der Kauf einer Maschine), Bauinvestitionen der privaten Haushalte (z. B. der Bau eines Einfamilienhauses) sowie Investitionen des öffentlichen Sektors (z. B. der Bau einer Hochschule).


Typische unternehmerische Investitionsgüter sind Computer, Maschinen, Produktionsanlagen sowie Gebäude und Grundstücke. Hierbei handelt es sich um Sachinvestitionen, die eine Realkapitalbildung nach sich ziehen. Daneben gibt es auch Finanzinvestitionen, sprich die Umwandlung von Geldvermögen in zum Beispiel Aktien oder Beteiligungen.

Investitionsabsichten: Warum investieren?

Investitionen lassen sich nicht nur nach dem Investor klassifizieren. Sie können auch nach der Investitionsabsicht der Unternehmen systematisiert werden: nach Ersatzbeschaffungen, Kapazitätserweiterungen sowie nach Rationalisierungen. Eine Ersatzbeschaffung liegt vor, wenn ein Unternehmer z. B. einen alten durch einen neuen Computer ersetzt. Schafft er zusätzliche Computer an, spricht man von einer Kapazitätserweiterung. Eine Rationalisierung liegt beispielsweise vor, wenn das gleiche Ergebnis mit weniger Einsatz oder aber mit dem gleichen Einsatz von Produktionsfaktoren ein höheres Ergebnis erzielt wird. Lapidar kann gesagt werden, dass im Fall einer Rationalisierung Maschinen Menschen ersetzen. Neben diesen drei klassischen Investitionsabsichten existieren weitere, z. B. Investitionen in Forschung und Entwicklung, in Qualitätsverbesserung oder in Umweltschutz.

Bestimmungsfaktoren: Was beeinflusst die Investition?

Investitionen erhöhen das Potenzial einer Wirtschaft - sowohl in Bezug auf die Produktion von Sachgütern und Dienstleistungen (mit Auswirkungen auf den Gütermarkt) als auch in Bezug auf die Einstellung und Beschäftigung von Menschen (mit Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt). Letztendlich kann auch der Geldmarkt durch eine Ausweitung des Produktionspotenzials betroffen sein (z. B. Inflation). Investitionen sind von elementarer Bedeutung für mehr Wachstum und höheren Wohlstand. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und der Volkswirtschaft im Ganzen hängt von einer Vielzahl unterschiedlichster Faktoren ab: Hierzu zählen das aktuelle Zinsniveau auf dem Finanzmarkt (die externe Verzinsung), die erwarteten Renditen der geplanten Investition (die interne Verzinsung), das Preisniveau der Investitionsgüter und auch die Einkommenssituation der Unternehmen. Darüber hinaus beeinflussen aber auch die Risikobereitschaft der Unternehmen, die Konjunkturerwartungen und die staatliche Rahmenbedingungen die private Investitionsbereitschaft. Auf diese Faktoren wird im Folgenden genauer eingegangen:

Zinsniveau (externe Verzinsung): Unternehmer finanzieren ihre Investitionen häufig durch Kredite. Diese werden keineswegs kostenfrei von Banken vergeben. Je höher das Zinsniveau ist, desto teurer sind die Kredite und desto weniger werden sie zu Investitionszwecken nachgefragt. Im Umkehrschluss gilt aber auch: Je niedriger das Zinsniveau, desto günstiger sind Kredite und desto höher deren Nachfrage. Bei einem niedrigeren Zinsniveau lohnen sich auch Investitionen mit niedriger Rendite. Das Zinsniveau hat also Auswirkungen auf die Investitionstätigkeit in einer Volkswirtschaft.

Erwartete Rendite (interne Verzinsung): Neben dem Zinsniveau zieht ein Unternehmer auch die erwartete Rendite der Investition mit ins Kalkül. Eine kreditfinanzierte Investition lohnt sich erst dann, wenn die Rendite der Investition höher ist, als die Kreditzinsen, die für die Finanzierung der Investition zu entrichten sind. Oder anders gesagt: Eine Investition lohnt, wenn die interne größer als die externe Verzinsung ist. Wenn eine Investition nicht durch einen Kredit, sondern durch Eigenkapital finanziert wird, gilt alternativ: Die Investition muss mehr erwirtschaften, als die entgangene Verzinsung des investierten Eigenkapitals. In diesem Zusammenhang kann auch von Opportunitätskosten gesprochen werden.

Preisniveau der Investitionsgüter: Neben den Zinsen als Kreditkosten und der internen Verzinsung als Renditeerwartung spielt des Weiteren eine Rolle, wie billig oder teuer die Investitionsgüter sind. Das heißt, auch das Preisniveau bei Investitionsgütern wie Gebäuden, Maschinen und Büroeinrichtungen beeinflusst die Investitionsentscheidungen der Unternehmen. Je höher das Preisniveau der Investitionsgüter ist, desto gedämpfter wird die Investitionsbereitschaft sein und umgekehrt.

Einkommen des Unternehmens: Unabhängig davon, wie teuer die Anschaffung eines Investitionsobjekts ist - z. B. beeinflusst durch die Kreditkosten oder das Preisniveau - ist ein weiterer wichtiger Faktor für die Investitionsbereitschaft die Einkommenssituation bzw. der Umsatz eines Unternehmens. Hier gilt eine einfache Regel: Je höher der Umsatz, desto größer die Investitionsmöglichkeiten und je geringer der Umsatz, desto restriktiver die Investitionsfähigkeit.

Risikobereitschaft: Die unterschiedlichen Risikoneigungen bei Unternehmen werden häufig unterschätzt. Es gibt Unternehmen, die relativ viel Geld zur Verfügung haben und dennoch nicht investieren und andere, die kaum etwas in der Kasse haben und trotzdem investieren. Ob und in welchem Maß investiert wird, hängt auch von der Einstellung und der Risikobereitschaft der Unternehmer ab. Im Extrem gibt es entweder den ängstlichen Skeptiker (risikoaverse Investoren) oder solche, die zu hochriskantem Wagemut tendieren (risikofreudige Investoren).

Konjunkturerwartungen: Neben der individuellen Einstellung und Risikobereitschaft existiert auch eine „psychosoziale" Stimmungslage in einer Volkswirtschaft hinsichtlich der künftigen Konjunkturentwicklung. Herrscht eine allgemeine Krisenstimmung in einem Land oder einer Branche, fördert dies nicht die Investitionsbereitschaft des Einzelnen. Werden gute Konjunkturaussichten angenommen, erhöht dies auch die individuelle Investitionsfreude.

Staatliche Rahmenbedingungen: Investitionen spielen eine immens wichtige Rolle für den Wohlstand einer Volkswirtschaft. Auch der Arbeitsmarkt hängt in hohem Maße von den Wachstumseffekten durch Investitionen ab. Folglich hat auch der Staat ein Interesse daran, Investitionen zu fördern. Dies kann er unter anderem auf folgende Weise tun:

  • Man denke an Investitionszuschüsse so genannte direkte Subventionen, z. B. für umweltfreundliche Investitionen oder Investitionen in wirtschaftlich schwache bzw. strukturschwache Regionen.
  • Ein weiteres beliebtes staatliches Mittel, Investitionen zu fördern, sind steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, so genannte indirekte Subventionen.

Entwicklung in Deutschland

Wirft man einen Blick auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland, so ist ein erfreulicher Trend festzustellen: Im Jahr 2006 war bei den Investitionen ein Zuwachs um fast 8 Prozent zu verzeichnen. In diesem Jahr ist sogar mit einer Steigerung von 9 Prozent zu rechnen. Im Vordergrund stehen dabei Ersatzbeschaffungen und Kapazitätserweiterungen sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung und Qualitätsverbesserung. Differenziert man diese Investitionstätigkeit nach Güterklassen, sind vor allem Anschaffungen in den Bereichen Informationstechnologie (IT), Maschinen, Fuhrpark, Immobilien, Finanzanlagen und Werkzeuge geplant.

 

Über den Autor:

Dr. Lothar Wildmann ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Berufsakademie Villingen-Schwenningen (Duale Hochschule) und leitet den Studiengang Betriebswirtschaftslehre und Mittelständische Wirtschaft.

 

Literatur:

Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Köln.

Institut für Wirtschaftsforschung (ifo), München.

Wildmann, Lothar (2007). Makroökonomie: Geld und Währung. Oldenbourg Verlag. München und Wien.

Statistisches Bundesamt.

 

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