Studium & Karriere
Man hat nur eine einzige Chance, um einen guten ersten Eindruck zu machen. Was so banal klingt, hat es in sich. Denn der erste Eindruck dauert nur den Bruchteil einer Sekunde. Zu rund 60 Prozent entscheiden gerade die Äußerlichkeiten wie man von seinem Gegenüber wahrgenommen wird. Die Stimme oder die Tonlage machen die restlichen 40 Prozent aus. Vor einem Bewerbungsgespräch sollte man sich deshalb nicht nur auf mögliche Fragen vorbereiten, sondern auch die Regeln der Business-Etikette verinnerlichen. Denn wer durch perfektes Benehmen positiv auffällt, hat gegen gleich gute Mitbewerber die Nase vorn.
Von Stephanie Mende
Wodurch zeichnen sich perfekte Umgangsformen aus? Zunächst einmal ist der Kleiderfrage besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Mode-Designerin Jil Sander hat einmal gesagt: „Todsünden können ganz klein sein, aber sie wirken." Selbstverständlich tragen Männer Anzüge mit Hemd und Krawatte. Hier ist besonders auf die Farbe zu achten. Obwohl schwarze Anzüge en vogue sind, sollten diese nur zu festlichen Anlässen oder Trauerfeiern getragen werden. Klassische Business-Farben sind dunkelgrau, dunkelblau und dunkelbraun.
Die oft zitierten Aussprüche „No brown after six!" und „No brown in town!" beziehen sich nur auf die Schuhe. Man sollte keine braunen Schuhe nach 18 Uhr tragen. Schließt sich an das Gespräch zum Beispiel ein gemeinsames Abendessen an, wählt man besser gleich morgens schwarze Schuhe aus. Damit liegt man auf jeden Fall richtig. Wichtig ist auch, dass das Hemd heller ist als die Krawatte. Dadurch wird der Blick des Gesprächspartners auf das helle Kragendreieck und damit automatisch auch auf das Gesicht gelenkt.
Männer sollten besonders darauf achten, dass ihr Sakko im Stehen immer zu schließen ist. Lediglich der untere Knopf bleibt offen. Für Frauen gilt: Ein Hosenanzug oder ein Kostüm mit knielangem Rock sind angemessen. Dazu sollten auch im Sommer Seidenstrümpfe und geschlossene Schuhe getragen werden. Sandalen, tiefe Ausschnitte, Mini-Röcke und ärmellose Oberteile sind im Business tabu, denn nur klassische Kleidung wird mit Seriosität, Vertrauenswürdigkeit und letztlich mit Kompetenz in Verbindung gebracht.
Aber zu einem sicheren Auftreten gehört weitaus mehr als Kleidung. Wer einen guten Eindruck machen will, muss in jedem Fall die gängigen Begrüßungsregeln beherrschen. Zunächst einmal grüßt der Ankommende die bereits Anwesenden. Der Handschlag geht dabei immer vom Ranghöheren aus. Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es im Berufsleben nicht. Ausschlaggebend sind nur Position und Ranghöhe, niemals Geschlecht und Alter.
Doppelnamen, akademische Grade und Adelstitel sind Bestandteile des Namens und werden bei der Anrede mitgesprochen.
Bei der Vorstellung erfährt die höher stehende Person den Namen ihres Gegenübers zuerst. Visitenkarten werden vor Beginn des Gesprächs getauscht, aufmerksam gelesen und bleiben während des Gesprächs auf dem Tisch liegen. Häufig kommt es auch vor, dass Bewerber von Empfangsdamen in einen Besprechungsraum geführt werden und dort einige Minuten auf ihre Gesprächspartner warten müssen.
Hier gilt: Der Besucher setzt sich erst, wenn der Hausherr anwesend ist. Getränke oder Kekse, die auf dem Besprechungstisch stehen, werden nicht angerührt bevor alle Gesprächsteilnehmer anwesend sind.
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Dieses Hörbuch informiert Sie anschaulich und praxisnah über die wichtigsten Verhaltensregeln und Kommunikationsstrategien im europäischen und internationalen Ausland und weist Sie auf die häufigsten Benimmfehler hin.
Doch nicht immer findet ein Bewerbungsgespräch in den Geschäftsräumen des potentiellen Arbeitsgebers statt. Es kommt durchaus vor, dass zu einem vermeintlich zwanglosen Abendessen eingeladen wird.
Viele Bewerber unterschätzen die Fallen, die bei einem solchen Essen lauern können: Dass das Besteck stets von außen nach innen benutzt wird, ist bekannt. Doch wie viele Gänge darf man bestellen, wenn man zu einem Geschäftsessen eingeladen wird? Grundsätzlich gilt die Faustregel: Der Gastgeber bestimmt die Auswahl des Menüs. Wird der Gast gebeten, zuerst zu wählen, sollte er zunächst nur eine Hauptspeise bestellen. Wird er dann aufgefordert, auch eine Vorspeise zu wählen, kann er das selbstverständlich tun. Wichtig ist auch, dass man als Gast niemals das teuerste Gericht auf der Karte bestellen sollte - eine Hauptspeise der mittleren Preiskategorie ist angemessen.
Die Weinauswahl obliegt ausschließlich dem Gastgeber. Geeignete Gesprächsthemen während des Essens sind Wetter, Natur, Literatur, Kunst, Sport und Urlaub. Dabei sollte jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass die Themen nicht polarisieren sollten. Wer zum Beispiel Fan eines bestimmten Sport-Clubs ist, sollte seine Meinung bedeckt halten. Schließlich könnte der Gesprächspartner Anhänger des Erzrivalen sein. Unbedingt zu vermeiden sind die Themen Politik, Religion, Finanzen sowie private Probleme. Sympathisch wirkt, wer sich selbst zurücknimmt und seine Aufmerksamkeit dem Gesprächspartner widmet.
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Wer sich zu benehmen weiß, hat mehr Erfolg im Business. Egal, ob im Meeting, beim Small Talk oder am Messestand - gute Manieren ermöglichen ein sicheres Auftreten im Beruf. Anke Quittschau und Christina Tabernig verraten Tipps und Tricks aus der Praxis.
Nicht nur in Deutschland wird viel Wert auf gute Umgangsformen gelegt. Auch im Ausland ist Benimm in. Rund 155.000 deutsche Erwerbstätige haben im Jahr 2006 ihre Heimat verlassen, um in der Ferne ihr Glück zu suchen. Und auch unter Studierenden sind Auslandssemester so beliebt wie nie zuvor. Neben den USA, die schon seit Jahren ganz oben auf der Beliebtheitsskala rangieren, sind es zunehmend asiatische Länder wie China und Japan, die deutsche Studierende und Auswanderer locken. Während die Umgangsformen in den USA der deutschen Business-Etikette ähneln, lauern allerdings in asiatischen Ländern jede Menge Fettnäpfchen.
Sowohl in Japan als auch in China gelten klare Aussagen wie „ja" und „nein" als unhöflich. Zustimmung und Ablehnung werden stets so verklausuliert, dass das Gegenüber in jedem Fall sein Gesicht wahrt. Anders als in Deutschland werden Visitenkarten zu Beginn eines Gesprächs mit zwei Händen überreicht und zwar so, dass der Gesprächspartner den Namen sofort lesen kann. In Japan begleitet man diese Geste mit einer Verbeugung; in China ist das nicht üblich. Die Japaner meiden jeglichen Blickkontakt und schlagen niemals die Beine übereinander. Daran sollten sich auch ausländische Gäste halten. Außerdem gilt es im Land der aufgehenden Sonne als extrem unhöflich, anderen im Sitzen die Fußsohlen zu zeigen. Als schlimmer Fauxpas wird es auch empfunden, in der Öffentlichkeit ein Taschentuch zu benutzen.
Japan und die Schuhe
Eine besondere Angewohnheit der Japaner ist es, in Restaurants und Privathäusern die Schuhe auszuziehen. Sie werden so neben der Tür platziert, dass sie für das Verlassen des Gebäudes richtig herum stehen. Für den Gang zur Toilette gibt es in der Regel spezielle Gästeschuhe, die man ausleiht und danach wieder zurückgibt.
Wird man in China zu einem Essen eingeladen, darf man niemals seinen Teller leer essen, denn das bedeutet in den Augen der Chinesen, dass man noch hungrig ist und zu wenig Essen gereicht wurde. Unbedingt beachten sollte man außerdem, dass Weiß in China die Farbe der Trauer ist. Obwohl der Business-Dresscode ansonsten den deutschen Kleidungsvorschriften entspricht, sollten weiße Kleidungsstücke gemieden werden. Die chinesischen Gesprächspartner könnten ansonsten leicht verstört wirken.
Ganz egal in welchem Land ein Business-Meeting stattfindet, überall gilt: Wer sich angemessen kleidet und sich höflich und zurückhaltend benimmt, wird keinen schlechten Eindruck machen. Wer sich um einen Job im Ausland bemüht, sollte sich unbedingt mit den Gepflogenheiten des Gastlandes vertraut machen. Die Beispiele Japan und China zeigen, dass es ansonsten leicht passieren kann, dass man schon zu Beginn eines Gesprächs negativ auffällt. Und eines gilt immer: Es gibt keine zweite Chance für einen ersten guten Eindruck!
Stephanie Mende ist Programmleiterin beim audio media verlag in München. Zuvor arbeitete sie mehrere Jahre lang als Redakteurin bei einem führenden deutschen Finanzverlag.