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Titelbild zum Beitrag: Ein Tag als Berater
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Ein Tag als Berater

Oder: Was macht eigentlich ein strategischer Consultant?

Seit gut einem Jahr arbeitet Sonja Boch als Beraterin bei der Boston Consulting Group (BCG). Währenddessen hat sie bereits an ganz unterschiedlichen Projekten mitgearbeitet und ist tief in verschiedene Unternehmen und Branchen eingetaucht. Zurzeit arbeitet sie an einem Projekt im Gesundheitswesen: Eine Krankenkasse möchte sich fit für die 2009 in Kraft tretende Gesundheitsreform machen. Sonja Boch und Ihre Kollegen, darunter auch Chirurgen und Chemiker, stellen sich dieser Aufgabe. Economag.de hat sie dabei einen Tag begleitet. 

Economag.de im Gespräch mit Sonja Boch, Boston Consulting Group, München

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Morgens geht Sonja Boch erst mal eine Stunde laufen. Dann tauscht sie die Sportdress gegen einen Hosenanzug - ein neuer Arbeitstag kann beginnt. Vom Hotel aus fährt Boch direkt zu der Krankenkasse, die sie und ihr Team zurzeit beraten. Für 9.00 Uhr ist ein Meeting angesetzt: Gemeinsam mit Mitarbeitern der Strategieabteilung ihres Kunden wollen Boch und ihre Kollegen die Ergebnisse ihrer letzten Analysen besprechen.

Der Wunsch nach mehr Wissen

Seit gut einem Jahr ist Sonja Boch Beraterin bei der Boston Consulting Group. Davor studierte sie Wirtschaftswissenschaften an der WHU in Vallendar - mit Auslandssemestern in Paris und Japan. Ihr erstes Praktikum absolvierte Boch bei einem Automobilhersteller, das nächste in einer Unternehmensberatung. "Nach meinem zweiten Praktikum war mir klar, dass Unternehmensberaterin der richtige Job für mich ist. Schnell viel Verantwortung zu übernehmen und auch während der Arbeit viel dazuzulernen, das war mir wichtig - beides ermöglicht mir mein Job.", erzählt Boch. "Außerdem arbeite ich mich als Beraterin laufend in neue Themen ein, lerne verschiedene Unternehmen und Branchen kennen. Auch das macht meine Arbeit sehr spannend."

Neues Projekt - neue Branche

In den letzten Wochen hat sich Boch intensiv mit dem deutschen Gesundheitswesen beschäftigt. "Durch die 2009 in Kraft tretende Gesundheitsreform wird sich für die Krankenkassen einiges ändern. Deshalb entwickeln wir für unseren Kunden eine Strategie, wie er auf diese Änderungen reagieren sollte", berichtet Boch. "Beispielsweise können dann alle gesetzlichen Krankenkassen nur noch einen einheitlichen Beitragssatz erheben. Spielraum haben sie jedoch bei der so genannten „Kleinen Prämie". Meine Aufgabe ist nun herauszufinden, wie viel die Krankenkasse durch diese Prämie einnehmen müsste, um weiterhin ihre Kosten decken zu können, und wie hoch diese Prämie maximal sein darf, damit nicht zu viele Kunden zu günstigeren Anbietern abwandern." Mit Hilfe von Marktforschungsergebnissen und Unternehmensdaten berechnet Boch unterschiedliche Szenarien. "Ziel dieses Projekts und damit meiner Arbeit ist es, unserem Kunden konkrete Handlungsempfehlungen zu geben."

 


 

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Der heiße Draht zum Experten

Das heutige Meeting verläuft gut, die BCG-Berater und die Kundenmitarbeiter gehen die Analysen durch und besprechen das weitere Vorgehen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen beim Italiener um die Ecke beginnen Boch und ihre Kollegen die Ergebnisse des Meetings zusammenzufassen und in die Unterlagen einzuarbeiten.

Um zusätzliche Informationen über den Krankenkassenmarkt zu sammeln, telefoniert Boch mit einem Kollegen aus der BCG-Knowledge-Group. Die Knowledge Group bündelt das BCG-Wissen aus der ganzen Welt und baut dadurch viel Expertise zu allen wichtigen Branchen und Unternehmensfunktionen auf. Der Kollege, den Boch jetzt kontaktiert, ist auf Krankenversicherungen spezialisiert und stellt ihr Studien und Marktanalysen zusammen. Außerdem diskutiert er mit ihr, wie die Wettbewerber ihres Kunden wohl auf die Gesundheitsreform reagieren könnten - ein wichtiger Faktor in Bochs Berechnungen. 

 

Im Team mit Chirurgen und Chemikern

In ihrem Team ist Boch die einzige Wirtschaftswissenschaftlerin: Zwei Kollegen sind Mediziner, einer der zuständigen Geschäftsführer hat sogar mehrere Jahre als Chirurg gearbeitet. Ein anderes Teammitglied hat Gesundheitsökonomie studiert, der zweite mit diesem Fall betraute Geschäftsführer ist Chemiker. "Diese Vielfalt ermöglicht ganz verschiedene Blickwinkel auf die Situation des Kunden", erläutert Boch. "In der Strategieentwicklung ist das sehr wichtig - denn gerade wenn Menschen mit unterschiedlicher Ausbildung im Team zusammenarbeiten, entstehen häufig die besten Ideen."

Wichtige Impulse durch Mentoren

Am frühen Abend fährt Sonja Boch zum Flughafen, es geht heim nach München. Morgen, am Freitag, ist Office-Tag. Das heißt, Boch sitzt nicht wie sonst in einem Raum direkt im Kundenunternehmen, sondern arbeitet im Münchner BCG-Büro. So spannend die Arbeit beim Kunden auch ist - Boch genießt es auch sehr, den Anzug mal einen Tag im Schrank hängen zu lassen und in Jeans zur Arbeit zu gehen. Am Nachmittag trinkt sie gern mit Kollegen einen Kaffee im BCG-Biergarten - diese Woche will sie sich jedoch mit ihrer Mentorin treffen. "Ich möchte mit ihr besprechen, welche Trainings sie mir für das nächste Jahr empfiehlt", erklärt Boch.

Weiterbildung gern gesehen

An bis zu zehn Trainingstagen im Jahr bietet BCG den Beratern die Möglichkeit, sich weiterzubilden - das Angebot reicht von virtuellen Fortbildungen zu Themen wie Preisgestaltung oder Talentmanagement in Schwellenländern bis zu zweitägigen Excel- oder Rhetoriktrainings. Da Boch promovieren will, ist sie außerdem Teilnehmerin des Promotionsprogramms von BCG. Das heißt, BCG stellt sie für ihre Doktorarbeit frei und unterstützt sie finanziell. Aber: "Bevor ich anfange zu promovieren, möchte ich erst noch ein paar Jahre arbeiten", sagt sie.

Nachdem Boch und ihre Mentorin einen Trainingsplan für das nächste Jahr aufgestellt haben, heißt es wieder: Zurück an die Arbeit. Nächste Woche steht eine wichtige Präsentation auf dem Programm. Die muss gut vorbereitet werden. Außerdem will Boch heute früh mit der Arbeit fertig werden - um sich anschließend noch mit ehemaligen Studienkollegen in der Münchner Innenstadt zu treffen.

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