Leserfeedback
zu: Aufschwung ade! von von Professor Heinz-J. Bontrup - Ausgabe 1/2008
Liebe Redaktion, sehr geehrter Herr Professor Bontrup,
ich finde Ihren Artikel über die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands ebenso interessant wie gewagt, denn Sie stützen Ihre Prognose größtenteils auf die schwache Binnennachfrage auf Grund niedriger Nettolöhne und die "neo-liberale" Wirtschaftspolitik.
Ich persönlich befürworte eine liberale Wirtschaftspolitik (wobei ich die aktuelle Wirtschaftspolitik bei weitem nicht als liberal bezeichnen würde). Und ich wage auch zu behaupten, dass die hohen Tarifabschlüsse, die zurzeit erzwungen werden, dem Aufschwung eher schaden als es die geringeren Nettolöhne tun. Nicht zuletzt da die EZB schon mit der Zinskeule droht, um eine Lohn-Preis-Spirale und die daraus resultierende Inflation zu verhindern.
Des Weiteren besteht die begründete Hoffnung, dass ausländische Anleger aus dem schwachen Dollar fliehen und auf den starken Euro umsteigen. Vor allem da sich die Finanzpolitik der USA zurzeit mehr an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert. Und da die deutschen Finanzdienstleister im Vergleich zu den anderen Euroländern gut aufgestellt sind, dürfte dies positive Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaftsentwicklung haben.
Es ist mir durchaus bewusst, dass im Moment die meisten Zukunftsprognosen schlecht ausfallen. Jedoch zeigt die Betrachtung der vergangen Jahre, dass viele Prognosen sehr ungenau sind. Deswegen wage ich auf meiner Meinung zu beharren, dass die deutsche Wirtschaft in der globalen Betrachtung gut aufgestellt ist und durchaus über weiteres Wachstumspotential verfügt. Das einzige, was mich daran zweifeln lässt, ist die schlechte Stimmung, die von eben diesen Prognosen verbreitet wird und die hohen Tarifabschlüsse, die die Unternehmen in ihrer globalen Wettbewerbsfähigkeit behindern.
Auf alle Fälle fand ich Ihren Beitrag ebenso wie den Rest des economag.de-Angebots recht gelungen.
Viele Grüße
Lars Schelske
BA-Student, Fachrichtung Wirtschaftsinformatik, Stuttgart
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