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Titelbild zum Beitrag: Hell, heller, am hellsten
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Hell, heller, am hellsten

Im Fokus: Die Fertigung und Produktion eines Lampenherstellers

Über die Produktion einer Glühlampe haben wohl die wenigsten von uns bisher genauer nachgedacht. Ein Fehler, denn die Lampenproduktion ist spannend. Euer Wissenschaftsmagazin economag.de hat sich bei einem der größten Lichthersteller der Welt genauer umgeschaut und sprach mit Stefan Walter, der in dem Augsburger Werk von Osram für die Produktionsplanung und -steuerung verantwortlich ist, über seinen Arbeitsalltag, Just-in-Time-Produktion und die Herausforderungen des Produktionsstandorts Deutschland.

Die Fragen stellte Rainer Berger

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>> Herr Walter, was machen Sie bei Osram genau?

Im Augsburger Werk arbeite ich als PST-Leiter. 

>> Was verbirgt sich hinter der Abkürzung PST?

Die Abkürzung PST steht für Produktionsplanung und Steuerung. Neudeutsch kann in diesem Zusammenhang auch von Supply Chain gesprochen werden. Die PST ist zum einen für die Belegung der Linien verantwortlich. Wir regeln folglich, welche Lampe in welcher Linie zu welchem Zeitpunkt produziert wird. Neben dieser so genannten Fertigungsbelegung zählt zum anderen aber auch die innerbetriebliche Logistik im Werk zu den Aufgaben der PST. Wir sprechen mit Lieferanten darüber, wann und wie oft sie an uns liefern, lagern das erhaltene Material entsprechend ein und ordnen es letztendlich auch der entsprechenden Linie zu. Zu guter Letzt ist es auch unsere Aufgabe, die fertigen Lampen entsprechend weiter zu leiten. Kurz gesagt ver- und entsorgen wir die Linie.

>> Was verstehen Sie unter einer Linie?

Wenn bei uns von Linie gesprochen wird, dann ist die so genannte Fertigungslinie gemeint, in deren Rahmen verschiedene Maschinen hintereinander verkettet werden. Vereinfach ausgedrückt ordnen wir einer solchen Linie zu Beginn der Produktion Material zu und erhalten am Ende eine verpackte Lampe. 

>> Gibt es in Ihrem Arbeitsalltag eine Routine?

Nein, eine richtige Routine gibt es nicht. Letztendlich sieht jeder Tag anders aus. Dennoch: Zum meiner täglichen Arbeit zählt die Auswertung von Kennzahlen und Bestandsübersichten. Über ein Business Warehouse erhalte ich täglich Zahlen, die mir einen fundierten Überblick über Zu- und Abgänge etwa bei Fertigungsmengen oder Vorprodukten geben. Sie geben beispielsweise auch Auskunft über unseren Lieferservicegrad, also die Liefertreue oder -fähigkeit. Diese Kennzahlen werden über ein SAP-System generiert und täglich über Nacht aktualisiert. Mit Hilfe dieser Kennzahlen lassen sich frühzeitig Engpässe identifizieren.

>> Stimmen Sie sich in Bezug auf die Zu- und Abgänge bei Fertigungsmengen mit anderen Werken ab?

Selbstverständlich. Monatlich gibt es ein so genanntes Warenflusstreffen. Dort diskutieren wir über die aktuelle Abgangs- und Bestandslage. Über Absatzprognosen berücksichtigen wir im Rahmen dessen auch die Zukunft. Auf diesen Treffen wird letztendlich auch entschieden, was und wie viel die jeweiligen Werke fertigen. 

>> Produzieren Sie Ihre Lampen eigentlich auf Lager?

Ja, das tun wir. Allerdings berücksichtigen wir dabei klare Reichweitenvorgaben, die einmal pro Jahr festgelegt werden. Die Reichweite gibt Auskunft darüber, wie lange wir die Marktnachfrage mit Lampen, die wir auf Lager haben, bedienen können. Je nachdem, ob der Absatz steigt oder sinkt, muss ich folglich die Bestände anpassen.

>> Und nach welchen Kriterien gestaltet sich die Ressourcen- und Personalplanung?

Wir in der PST geben lediglich an, wie viel Maschinenkapazität wir benötigen. Das hat natürlich Auswirkungen auf das Personal, das diese Maschinen betreiben muss. Das Personal und die Ressourcen plant im Detail allerdings die Fertigung mit Hilfe des Controllings. 


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>> Gibt es saisonale Schwankungen in der Produktion von Leuchtmitteln?

Saisonale Schwankungen gibt es. Hochsaison haben Lampen von September bis Februar. Im Sommer flaut die Nachfrage ab. Das liegt ganz einfach daran, dass dann die Tage wieder länger sind und weniger Lampen benötigt werden. Aber: Vergleichsweise wenig saisonalem Einfluss unterliegen Energiesparlampen. Sie werden das ganze Jahr über nachgefragt. Hier spielt sicher die aktuelle CO2-Debatte eine wichtige Rolle.

>> Gibt es bei Ihnen eine Just-in-Time-Produktion?

Wir produzieren 500.000 Leuchtstoffe pro Tag. Da bleibt es nicht aus, dass unsere Lieferanten täglich Vorprodukte bei uns anliefern, als Just-in-Time-Produktion kann man dies allerdings nicht bezeichnen. Denn vom Lieferanten geht bei uns nichts direkt auf die Linie. Alle Vorprodukte gehen über unsere Lager- oder Pufferflächen. Dennoch sind auch wir darauf bedacht, mit Lagerkapazitäten sparsam umzugehen. 

>> Inwieweit werden Mitarbeiter heutzutage in der Produktion noch eingesetzt, oder anders gefragt, was ist noch Handarbeit an einer Glühlampe?

Tja, diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Bezogen auf die reine Produktion gibt es Materialeinleger und Personen, die die Maschine justieren. Händisch machen wir in der Produktion nur wenig. Handarbeit spielt allerdings genau dann eine wichtige Rolle, wenn wir Neues einführen. Zum Beispiel eine neue Verpackungsvariante. Zu Beginn, wenn die Produktionsmengen noch gering sind, setzten wir dann auf Handarbeit; läuft die Produktion erst einmal richtig an, dann übernehmen die Maschinen.

>> Und wie sieht es mit der Qualitätsprüfung aus?

Auch die wird maschinell vorgenommen. Bereits während der Produktion wird unter dem Blickwinkel der Qualität jede einzelne Fertigungsstufe genau unter die Lupe genommen. Wenn die Linie eine Lampe auswirft wird diese einer maschinellen Brennprüfung unterzogen, das heißt, wir prüfen, ob die Lampe auch tatsächlich brennt. Im Lager und im Warenausgang wird in Stichproben nochmals die Qualität geprüft, dann allerdings in Handarbeit. Auf die Qualitätsprüfung legt Osram viel Wert, denn sie ist uns besonders wichtig. Durch sie grenzen wir uns auch von der Billigkonkurrenz ab. 

>> Mit welchen Abteilungen stehen Sie im engsten Kontakt?

Unser wichtigster Partner ist sicher die Fertigung, die wir ja „beplanen". Zu ihr haben wir täglich Kontakt. Ein anderer wichtiger Partner ist der Einkauf. Er verhandelt mit Lieferanten, auch hier sind genaue Absprachen mit uns sehr wichtig. Als weiterer wichtiger Partner ist noch der Vertrieb zu nennen. Er teilt uns den aktuellen Bedarf an Lampen mit. Wichtige Schnittstellen gibt es auch zur IT und zum Controlling. Letztere zeigen uns ab und an auch wunde Punkte auf, die wir angehen müssen. Zum Beispiel in Bezug auf die bereits angesprochenen Reichweiten, Bestandshöhen und Verbräuche.

>> Zu guter letzt noch eine Frage: Welche Bedeutung hat die Klimadiskussion für Ihr Unternehmen?

Für Osram spielt das zunehmende Klimabewusstsein eine große Rolle, da man mit unseren Produkten den Energieverbrauch in fast allen Bereichen erheblich reduzieren kann. Hier kann man auch von einer „Triple-Win-Situation" sprechen. Denn nicht nur die Umwelt profitiert durch weniger CO2-Ausstoß, sondern auch unsere Kunden, die geringere Stromkosten haben - aber auch auf unser Geschäft wirkt sich das positiv aus. 

>> Herr Walter, ich danken Ihnen für das interessante Gespräch.

 

Über den Interviewten

Stefan Walter (39) ist Diplom-Wirtschaftsmathematiker und Leiter PST bei Osram in Augsburg. Seine Karriere bei Osram begann er in der IT als Systementwickler.

 

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