Betriebswirtschaftslehre
Wer im Hotel arbeitet, der muss sich über kurz oder lang ein spezielles Vokabular aneignen. Praktisch ist dabei, dass viele dieser Begrifflichkeiten nicht nur national, sondern auch international Geltung haben. Unser Experte geht in dieser Ausgabe näher auf die unterschiedlichen Zimmerstatus ein und verrät nebenbei, welche Aufgaben eine Hausdame im Hotel hat.
Von Professor Dr. Wolfgang Fuchs, Berufsakademie Ravensburg
Der Begriff Zimmerstatus (guestroom status) definiert in der Hotellerie den Zustand der Hotelzimmer in Bezug auf Belegung und Sauberkeit. Er ist in der täglichen Arbeit von Hotelempfang und Hausdamenbereich von sehr hoher Relevanz. Der Empfang benötigt den aktuellen Status, um über die Zimmer entsprechend verfügen zu können. Die Hausdame leitet daraus die Prioritätenliste ihrer Arbeit ab.
Die Hausdame verantwortet im Hotel den Etagen- oder so genannten Hausdamenbereich. Sie bekleidet damit eine Abteilungsleiterposition. Hierarchisch übergeordnet ist die Direktion, hierarchisch nachgeordnet ist die stellvertretende/n Hausdame/n, die Mitarbeiter der Wäscherei, Zimmermädchen und unter Umständen Hausdiener. Der Aufgabenbereich der Hausdame umfasst die Planung, Organisation und Kontrolle der Reinigung von Gästezimmern, des administrativen Bereichs (Büros, Direktionsräume), des öffentlichen Bereichs (Empfangshalle, Flure, Treppen), des Mitarbeiterbereichs (Kantine, Toiletten, Umkleideräume) und der Freizeiteinrichtungen (Schwimmbad, Sauna). Die Position wird in der Praxis nahezu ausschließlich von weiblichen Führungskräften bekleidet. Die Hausdame wird auch Gouvernante genannt (Hanisch 1996, S. 9ff.; Pfleger 2003, S. 16ff.).
Folgende Kennungen sind in der (inter-)nationalen Hotellerie üblich (Hanisch 1996, S. 19ff.; Pfleger 2003, S. 101f.; Vallen & Vallen 2005, S. 542ff.):
Frei (vacant): Das Hotelzimmer ist nicht belegt. Es kann bereits gereinigt sein (cleaned) und damit zur Vermietung an den Hotelempfang gemeldet werden (available for sale; ready for sale; ready to rent) oder ist noch zu reinigen (to be cleaned/dirty).
Belegt (occupied): Das Hotelzimmer ist belegt. Es kann bereits gereinigt sein (cleaned) oder ist noch zu reinigen (to be cleaned/dirty).
Abreise (check-out): Das Zimmer ist belegt, der Gast reist allerdings im Laufe des Vormittags ab (übliche Checkout-Zeiten: 10.00 bis 12.00h).
Bleibe (stayover): Das Zimmer ist belegt, der Gast reist nicht ab.
Frühanreise (early arrival): Der Gast reist am gebuchten Tag an. Entgegen dem üblichen Zeitfenster für Anreisen (ca. 14.00 bis 18.00h) reist er früher an.
Spätanreise (late arrival): Der Gast reist am gebuchten Tag an. Entgegen dem üblichen Zeitfenster für Anreisen (ca. 14.00 bis 18.00h) reist er spät an.
Spätabreise (late check-out): Das Zimmer ist belegt, der Gast möchte das Zimmer an dem Abreisetag länger als üblich nutzen (gängige Check-out-Zeiten: 10.00 bis 12.00h). Eine Rücksprache des Gastes mit dem Hotelempfang ist notwendig. Die längere Verweildauer wird in der Regel nicht in Rechnung gestellt.
Außer Betrieb (out of order): Das Zimmer kann aufgrund eines Mangels (etwa technischer Defekt) nicht angeboten werden. Teilweise fallen auch die Begriffe out of service und out of inventory. Die unterschiedlichen Kennungen zielen auf das Ausmaß des Mangels, eine trennscharfe Abgrenzung existiert nicht.
Tageszimmer (day room): Das Hotelzimmer wird nur für einige Stunden genutzt, z. B. für eine vertrauliche Besprechung. Die Gäste reisen am selben Tag an und ab. Da sie nicht übernachten, wird in der Regel ein reduzierter Zimmerpreis in Rechnung gestellt.
Professor Dr. Wolfgang Fuchs ist Leiter des Studiengangs Tourismusbetriebswirtschaft II (Hotel- und Gastronomiemanagement) an der Berufsakademie Ravensburg (University of Cooperative Education).
Hanisch, Horst 1996: Zimmer und Etage: Die Arbeiten von Hausdame und Zimmermädchen
in den verschiedenen Bereichen eines Hotels. Stuttgart: Matthaes (3. Aufl.)
Pfleger, Andrea 2003: Housekeeping Management im Hotel. Linz: Trauner
Vallen, Gary K.; Jerome J. Vallen 2005: Check-In, Check-Out: Managing Hotel Operations. New Jersey: Pearson Prentice Hall (7th ed.)