Auf eine Tasse mit Michael Bloss
Auch Banken verfügen über eine Werkstatt. Dort werden neue Finanzprodukte entwickelt und an neuen Finanzierungslösungen für Kunden getüftelt. Zum Handwerkszeug des so genannten Financial Engineers zählt nicht nur die Finanzmathematik. Er muss auch die bekannten Finanzierungsmethoden aus dem Effeff beherrschen, über geltende rechtliche Rahmen Bescheid wissen und stets ethische Grundsätze im Blick haben. Wo man dieses Handwerk schnell und nachhaltig erlernen kann, erklärt ein Branchenkenner.
Von Michael Bloss, Europäisches Institut für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD), Frankfurt am Main
Was muss ein Financial Engineer können? Eine scheinbar einfache Frage, die es jedoch in sich hat. Der Versuch einer Antwort füllt mühelos mehrere Seiten ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
Das Europäische Institut für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD) hat deswegen das Certified Financial Engineer(CFE) Programm ins Leben gerufen. Darin wird genau das vermittelt, was ein Financial Engineer können muss: international anerkanntes Standardwissen und ethische Grundsätze ebenso wie die Anwendung des akademischen Wissens in der Praxis.
Wie wichtig es ist, Derivate bis ins letzte Detail zu begreifen, mit ihnen richtig umzugehen und deren Risiken korrekt einzuordnen, hat die letzte Finanzkrise gezeigt. Diese Krise zwang zum Umdenken und erzwang eine hochwertige Ausbildung für die verantwortungsvolle Aufgabe des Financial Engineer.

Das CFE Programm richtet sich an Professionals aus dem Bereich Banking, Investmentbanking und Wealth Management. Gerade Mitarbeiter dieser Geschäftsfelder werden zunehmend mit wachsenden Anforderungen im Bereich des klassischen Financial Engineering konfrontiert. Die Anforderungspalette reicht von der Beurteilung einer Idee über die Gestaltung neuer Produkte bis hin zu After Sales Betreuung sowie die Bewertung von Financial Engineering Lösungen. Genau hier bietet der CFE das fundierte Fachwissen für Finanzprofis. Daneben richtet sich das Programm auch an Studierende, die nach dem Studium ins Financial Engineering oder damit verbundene Disziplinen einsteigen möchten.
Der Programmablauf ist kompakt. Er ist damit sowohl studiums- oder berufsbegleitend möglich. Durch einen Selbstlernkurs, der durch separat zu buchende Präsenzveranstaltungen unterstützt wird, ist es jedem Teilnehmer selbst überlassen, in welcher Geschwindigkeit er den Lehrgang absolviert. In der Regel sollten jedoch mindestens 8 bis 12 Monate für diese Ausbildung eingeplant werden. Unterstützt wird dieser Selbstlernkurs durch ein Lehrbuch zum Financial Engineering, das alle prüfungsrelevanten Themenblöcke abdeckt. Ergänzt wird das Buch für die CFE Teilnehmer durch einen exklusiven Downloadbereich, der nützliche Tools, zusätzliche Skripte und Informationen enthält.
Das CFE Programm wird vom unabhängigen Europäischen Institut für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD) betreut. Dies vergibt auch den Titel Certified Financial Engineer (CFE). Unterstützt wird dieses Programm auch durch die Deutsche Börse AG. Auch sie bietet in Zusammenarbeit mit dem EIFD verschiedene Präsenzveranstaltungen an, die das CFE Programm wertvoll abrunden. Diese Veranstaltungen können von den Teilnehmern zusätzlich zum Selbststudium gebucht werden.
Die Prüfung zum CFE gliedert sich in drei Module. Für das erste Modul erkennt das EIFD die Prüfung zum Zertifizierten Börsenhändler EUREX sowie die Commerzbank AG O&F Prüfung an. Sollte ein Teilnehmer, eine der beiden Prüfungen bei Anmeldung zum CFE Programm vorweisen können, so kann er direkt im Modul II einsteigen.
Die Prüfung für das Modul III ist eine Thesis: Der CFE Kandidat muss im Rahmen dessen ein selbst gewähltes Thema wissenschaftlich ausarbeiten. Nach Abschluss aller Prüfungen wird ihm schließlich der Titel Certified Financial Engineer (CFE) durch das EIFD verliehen.
Weitere Informationen zum CFE Programm finden Sie unter:
http://www.certifiedfinancialengineer.com
Michael Bloss ist Abteilungsdirektor im Wealth Management der Commerzbank AG und Direktor des Europäischen Instituts für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD). Er lehrt als Associate Professor und Director for Derivatives am Lehrstuhl für "International Finance" der European School of Finance an der HfWU und unterrichtet als Lehrbeauftragter an weiteren namhaften Universitäten und Hochschulen.