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Einfach weg!

Unter der Lupe: Digitaler Datenverlust

Unser Datenvolumen wächst täglich - in Form von Musik, Texten oder Videos. Der Verlust digitaler Daten ist schmerzhaft und ohne regelmäßige Datensicherung auch unwiederbringlich. Unser IT-Profi sensibilisiert für dieses Thema, das auf Privatcomputern oft ignoriert wird.

Von Professor Dr. Thomas Kessel, Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart

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Wurde Ihr Laptop schon einmal geklaut? Im ersten Moment denkt man an den verloren gegangenen Wert des Computers. Etwas später erst wird realisiert, dass noch weit mehr verloren gegangen ist: Daten in Form von Fotos, Videos, Kalkulationen und wichtigen Dokumenten.

Wie groß der Datenverlust tatsächlich ist, wird erst dann bewusst, wenn in der Vergangenheit keine regelmäßige Datensicherung vorgenommen wurde und man nun mit leeren Händen seinen neuen Computer in gewohnter Weise in Betrieb nehmen möchte.

Die Erkenntnis, dass auch private Daten einen hohen Wert haben und dementsprechend zu sichern sind, ist noch nicht in den Köpfen aller angekommen, obwohl wir dies ganz selbstverständlich von unserer Bank oder unserer Versicherung erwarten und sogar fordern.

Für Unternehmen kann Datenverlust gleichbedeutend mit dem Verlust der Geschäftsgrundlage sein. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass Unternehmen ihre Daten professionell und in der Regel mindestens zweifach schützen.

Ausuferndes Datenvolumen

Früher konnten Daten problemlos auf einer Diskette, einer CD-Rom oder einem USB-Stick gespeichert werden. Heutzutage reichen solche Speichermedien allerdings nicht mehr aus. Schließlich wachsen Daten in Form von beispielsweise Texten, Musik oder Videos Tag für Tag. Ebenso steigen die Anforderungen an die Speichermedien.

Besonders bei Fotos und Videos erhöhte sich durch die bessere Auflösung von Kameras und die hoch auflösenden Filmen ganz erheblich der Speicherbedarf, was sich in den verschiedenen Speicherformaten CD, DVD und Blu-ray widerspiegelt. Schätzungen gehen übrigens davon aus, dass sich der weltweite Umfang an Daten und Informationen jedes Jahr weiterhin ungefähr verdoppeln wird.

Glücklicherweise erhöhte sich parallel zu den Speicheranforderungen auch die Kapazität der Datenträger. Heutzutage sind beispielsweise Festplatten von einem Terabyte zur Norm in PCs geworden. Es sei nur daran erinnert, dass vor gut zehn Jahren dafür noch wohnzimmerschrankgroße Speichersysteme erforderlich waren, die damals bis zu zigtausend Euro kosteten.

Automatische Backups

Wer einmal akzeptiert hat, dass eigene digitale Daten so wichtig sind, dass sie gesichert werden müssen, verwendet ganz selbstverständlich ein Backup-Programm, das automatisch die Datensicherung vornimmt.

Natürlich kann man auch die zu sichernden Daten per Hand auswählen und sie auf eine Festplatte, CD oder DVD übertragen. Aber dieser Weg ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch monoton und fehleranfällig, denn ein Verzeichnis oder eine Datei kann dabei vergessen oder gar überschrieben werden.

Der größte Nachteil dürfte sein, dass eine manuelle Datenspeicherung oft nur gelegentlich und unregelmäßig erfolgt. Dies hätte zur Konsequenz, dass die gesicherten Daten veraltet sind.

Sinnvoll sind folglich automatische Backup-Programme, die in definierten Zeitabständen, beispielsweise täglich oder wöchentlich, die betroffenen Dateien auf einer Festplatte speichern - also sichern.

Mit den heutigen externen Festplatten werden deshalb häufig vorkonfigurierte Backup-Programme mitgeliefert, die auch für Privatanwender einfach zu bedienen sind, so dass nur noch die zu sichernden Verzeichnisse oder Dateien und der Zeitrhythmus festzulegen sind.

Also: Immer an die Datensicherung denken und beim Kauf einer externen Festplatte auch an ein Backup-Programm denken. Bei kleinen Datenbeständen reicht häufig ein USB-Speicher, der automatisch die Daten zwischen PC und USB-Speicher synchronisiert. Es ist übrigens auch möglich, ein kostenloses Backup-Programm aus dem Open Source Umfeld herunterzuladen. Die Mühe lohnt, denn unsere Daten sind wertvoll.

 

Autor

Professor Dr. Thomas Kessel studierte Informatik an der Universität Karlsruhe (TH) und dem Institut National des Sciences Appliquées (ehemals ENSAIS) in Straßburg. Er promovierte im Rahmen eines deutsch-französischen Instituts in Straßburg und arbeitete ab 1996 bei Hewlett-Packard in den Bereichen Forschung und Entwicklung, sowie dem technischen Consulting. Er lehrt seit 2002 an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart (ehemals Berufsakademie Stuttgart) im Studiengang Wirtschaftsinformatik und hat dort die wissenschaftliche Leitung des Zentrums für Angewandtes Software-Management inne. Er ist Autor des Buchs Einführung in Linux und Ko-Autor von Java leicht gemacht, sowie eine Reihe weiterer Veröffentlichungen.

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