Sammlung, Aufbereitung und Nutzung von Informationen über die Lieferleistung und das Leistungspotenzial von Lieferanten. Instrument des aktiven und systematischen Lieferantenmanagements. Grundlage für systematische Lieferantenauswahl, Verhandlungen mit Lieferanten und Lieferantenentwicklung. Die ISO 9001 fordert, dass das Unternehmen Verfahrensanweisungen entwickelt, die festlegen, welche Lieferanten (meist Lieferanten direkten Materials) nach welchen Kriterien (meist Qualität, Lieferleistung und Leistungsfähigkeit) bewertet werden sollen und dass es Konsequenzen aus Bewertungsergebnissen festlegt.
Die Lieferantenbewertung wird in der Praxis systemunterstützt. Festzulegen sind vom Anwender Verfahren (Punkte, Noten) Kriterien, Gewichtungen, Verarbeitungsregeln und Klassifizierungen in Abhängigkeit von den Bewertungsergebnissen. Eine automatische Lieferantenbewertung verwendet Daten, die an anderer Stelle im Unternehmen unabhängig von der Lieferantenbewertung entstehen (z.B. das gebuchte Wareneingangsdatum im Vergleich zum ?statistischen Lieferdatum? als Wunschtermin der gebuchten Bestellung) und errechnet Noten unter Anwendung eines festgelegten Algorithmus. Ein standardisiertes Lieferantenbewertungssystem legt Kriterien, Verarbeitungsregel und Gewichtungen unternehmensweit fest, um Transparenz der Ergebnisse zu erreichen, sodass Einkäufer anderer Materialgruppen oder an anderen Standorten sowie der Lieferant die Bewertung nachvollziehen können.Melzer-Ridinger, Ruth: Supply Chain Management, 275 Seiten, 2007
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