Der traditionelle Kommunalhaushalt gibt Auskunft a) über die Mittel, die in dem jeweiligen Haushaltsjahr für einen bestimmten Zweck ausgegeben werden dürfen, b) über die zu erwartenden Einnahmen, die hierfür zur Verfügung stehen. Nicht sichtbar sind die Leistungsergebnisse, die mit diesen Mitteln finanziert werden sollen (z.B. Zahl der Fälle, durchschnittliche Nutzung einer Einrichtung, Auslastung von Maßnahmen, Bestand an Plätzen, Kosten der Leistungen. Dies soll sich ändern. Der neue Haushalt soll nach Produkten gegliedert werden, sodass man für jede Produktgruppe (z.B. ?Flüchtlingshilfen? im Produktplan Soziales), ggf. sogar auch für Einzelprodukte (z.B. das Produkt ?Betreuung der Flüchtlinge?, das zur Produktgruppe ?Flüchtlingshilfen? gehört) nicht nur die darauf entfallenden Aufwendungen und Erträge, sondern auch die erstellten Leistungen und ggf. auch die erzielten Wirkungen erkennen kann (Beispiel: Zunahme/Abnahme des Anteils ausländischer Eltern an schulpsychologischen Beratungen ? wenn ein entsprechendes Ziel angestrebt wurde). Der Produkthaushalt lenkt den Blick auf die Leistungen der Verwaltung und die Leistungsergebnisse. Damit wird eine Steuerung der Leistungen möglich, während im herkömmlichen Haushalt nur indirekt über die Bereitstellung/Vorenthaltung von Geld und Personal gesteuert werden konnte. Beispiele für das ?Gesicht? des neuen Haushaltsplans sind im Internet verfügbar unter www.neueskommunales-finanzmanagement.de.
Bieker, Rudolf: Kommunale Sozialverwaltung, 312 Seiten, 2006
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