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Rückverfolgbarkeit (Traceability)

Bei Erkennen eines Material- oder Enderzeugnisfehlers stellt die Rückverfolgbarkeit sicher, dass betroffene Lieferungen und Kunden (stromabwärts) und Verursacher von Fehlern (stromaufwärts) schnell identifiziert werden und informiert werden können. Ein Identifikations- und Dokumentationssystem erlaubt es jederzeit festzustellen, wo sich ein Produkt zu einem bestimmten Zeitpunkt befindet, von wem und mit welchen Materialien es hergestellt wurde, durch wen es transportiert wurde und wo es aktuell gelagert wird. Traceability erfordert Tracking und Tracing.

Hersteller von Lebens- und Futtermitteln sind gesetzlich verpflichtet, die Vorlieferanten zu identifizieren und eine Aufzeichnung über die Empfänger der Produkte zu führen. Nach dem Produkthaftungsgesetz ist jeder Hersteller verpflichtet, die in Verkehr gebrachten Produkte zu beobachten. Werden nach dem Inverkehrbringen gefährliche Produktfehler erkennbar, muss der Hersteller Warnhinweise geben und Rückrufaktionen durchführen, um deliktische Schadensersatzansprüche zu vermeiden. Rückrufaktionen werden auch freiwillig durchgeführt, um Imageschäden zu vermeiden. Geht beim Hersteller eine Reklamation eines Enderzeugnisses (z.B. falsche Füllmenge oder eine allergische Reaktion, die auf einen fehlerhaften Rohstoff zurückzuführen sein könnte) ein, soll festgestellt werden, an welche Kunden die übrigen Erzeugnisse dieser Produktionslosgröße geliefert wurden. Die Rückverfolgbarkeit sichert die Wirtschaftlichkeit einer Rückrufaktion, da die Produkte oder Lieferungen isoliert werden können, die von einem Fehler betroffen sind und nicht alle Lieferungen im Zeitraum zurückgerufen werden müssen.

Datenbasis und Systemunterstützung: Mittels einer individuellen Codierung des Erzeugnisses, die unmittelbar nach der Fertigung auf der Verpackung angebracht wird, ist der Produktionszeitraum, die Anlage und Schicht bzw. Charge feststellbar (Tracing). Ein Tracking der Lieferungen ist möglich, wenn die NVE/SSCC-Nummern der verladenen Paletten (jede Palette erhält eine individuelle Nummer) pro Auftrag dokumentiert werden.

Literatur:

Melzer-Ridinger, Ruth: Supply Chain Management, 275 Seiten, 2007
[Dieser Titel bei Oldenbourg]


 

 

 

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