Bei A-Beschaffungsobjekten, die den höchsten Anteil am Einkaufswert verursachen, entspricht eine geringe prozentuale Einsparung bei den Einstandskosten einer hohen absoluten Einsparung, während bei geringwertigen C-Beschaffungsobjekten sehr hohe prozentuale Einsparungen über eine große Anzahl von Identnummern realisiert werden muss, um adäquate absolute Einsparungen zu erreichen. Geringwertige C-Beschaffungsprojekte weisen Verbesserungspotenzial eher bei den Prozesskosten auf. Sie weisen häufig ein krasses Missverhältnis von Bestellwert und Kosten des Beschaffungsprozesses auf. Hier sollten sich Bemühungen auf die Standardisierung, Vereinfachung und Automatisierung der Geschäftsprozesse richten. Instrumente sind DTP, KANBAN, single sourcing, Universallieferanten.
Da (scheinbar) von geringerer Bedeutung für das Bestandsmanagement, wurde den C-Beschaffungsobjekten im Bestandsmanagement bisher weniger Beachtung geschenkt: das Lager wird verbrauchsorientiert aufgefüllt, großzügige Sicherheitsbestände sichern die Lieferbereitschaft und große Bestellmengen werden mit Preisnachlässen des Lieferanten begründet. Bestandssünder in dieser C-Produktklasse sind Beschaffungsobjekte, die nur sporadisch benötigt, aber dauernd oder dezentral bevorratet werden, die hohe Bestände haben, aber sperrig sind, kurze Lebenszyklen aufweisen und gegen Ende ihres Lebens in großen Mengen bestellt werden.
Melzer-Ridinger, Ruth: Supply Chain Management, 275 Seiten, 2007
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