Das Einkaufscontrolling hat die Aufgabe Messgrößen (Key Performance Indicators KPI) für die Leistungen im Einkauf festzulegen und aus der Einkaufsstrategie abgeleitete Ziele abzuleiten. Die Ist-Werte werden mit den Vorgabewerten verglichen und Ursachen für Abweichungen analysiert. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Abweichungsanalyse werden Maßnahmen vorgeschlagen.
Der Einkauf leistet über Materialpreisänderungen einen Ergebnisbeitrag. Die Materialpreisänderung (Vergleich der Materialpreise zweier aufeinander folgender Berichtsperioden) kann durch Bedingungen auf dem Beschaffungsmarkt, auf die der Einkäufer keinen Einfluss hat, verursacht werden. Materialpreisänderungen können auch der Erfolg von Verhandlungen, Lieferantenwechsel, Lieferantenentwicklung, Materialsubstitution und anderen preisorientierten Einkaufsmaßnahmen sein. Einsparungen und Einkaufserfolg sollten daher differenziert werden. Die Prozessqualität im Einkauf kann gemessen werden mittels der durchschnittlichen Wiederbeschaffungszeit oder der internen Bearbeitungszeit für Bedarfsanforderungen, der Fehlteilequote, der Beanstandungsquote. Die Prozessproduktivität im Einkauf wird gemessen anhand der je Einkäufer getätigten Zahl Bestellungen, am Beschaffungsvolumen in ?. Die Bedeutung des Einkaufs im Unternehmen kann an der Cash-out-Quote abgelesen werden. Sie misst das maverick-buying und vergleicht das Beschaffungsvolumen, das vom Einkauf verhandelt und abgewickelt wird mit dem gesamten Finanzvolumen mit externen Lieferanten. Wenn das Einkaufsvolumen deutlich niedriger ist als das externe Finanzvolumen wird ein großer Teil des Bedarfs an Dienstleistungen und Produkten ?am Einkauf vorbei bestellt?. Das Ziel im Verbindlichkeitenmanagement besteht darin, dass von Seiten des Einkaufs möglichst lange Zahlungsziele vereinbart werden.
Melzer-Ridinger, Ruth: Supply Chain Management, 275 Seiten, 2007
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