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Günstiges Marketing: Für welche Unternehmen lohnen sich Firmen-Blogs?

Firmenblogs werden bei Unternehmen immer beliebter. Insgesamt gibt es rund 450.000 Blogs alleine in Deutschland, viele davon werden direkt oder indirekt von hiesigen Konzernen betrieben. Warum aber sollte jedes Unternehmen zumindest darüber nachdenken, ein Blog zu eröffnen? Und wie wird ein Blog erfolgreich geführt? Der folgende Artikel analysiert die Auftritte großer Unternehmen, gibt Tipps zum richtigen Verhalten bei Postings und klärt auf, wie Blogs am besten eingesetzt werden sollten.

Komplexer als oft angenommen

Gute Blogs sind für Unternehmen nicht so einfach zu führen, wie es auf den ersten Blick vielleicht den Anschein haben mag. Viele Firmen verwenden Blogs nämlich in erster Linie dafür, um im großen Stil die eigenen Produkte oder Dienstleistungen zu betreiben. Was Kunden dagegen in Wahrheit suchen, sind praktische Hinweise und Tipps sowie eventuell einige Hintergrundinformationen zur jeweiligen Sparte, in welcher das Unternehmen agiert. Auch ein allgemein positiver oder lockerer Grundton, lustige Beiträge und direkter Kontakt mit den Kunden werden von den Lesern positiv bewertet. Um dies zu veranschaulichen, werden im Folgenden drei Blogs von Unternehmen vorgestellt, welche die Möglichkeiten des Internets gut nutzen.

Ein erstes gutes Beispiel für ein gelungenes Blog ist das des bekannten Casino-Anbieters 888. Die bekannte Marke betreibt dabei keinesfalls eine einfache Werbekampagne, sondern gibt Lesern vielmehr tiefere Einblicke in die Welt des Glücksspiels. So gibt es etwa ausführliche Beiträge zu Spielen wie Poker, Roulette oder Blackjack. Und das nicht ohne Grund: Denn viele Casino-Spiele sind extrem komplex und erfordern daher ein gewisses Maß an Wissen und Erfahrung, bevor die Teilnehmer regelmäßig beim Spielen gegen das Haus oder Konkurrenten erfolgreich sind. Slots von 888 sind ebenfalls bei einer breiten Masse an Kunden beliebt, weswegen der Anbieter auch hier regelmäßig Tipps und Tricks veröffentlicht, die den Spaß und den Erfolg beim Spielen erhöhen sollen.

Die Leser danken es und nehmen die Angebote gerne an – direkte Aufforderungen zur Anmeldung beim Anbieter findet man auf dem Blog dagegen nicht. Eine Strategie, die nicht nur ehrlich ist, sondern sich langfristig auch auszahlt: Online Casinos erwirtschaften alleine in Deutschland inzwischen Umsätze von mehr als einer Milliarde Euro jährlich, Kundschaft findet sich also auch ohne direktes Marketing.

Blogs sind bei Unternehmen beliebt – doch für welche Firmen sind sie wirklich sinnvoll? (Quelle: Pexels)

Ähnlich macht es auch ein andere Branchen-Riese: Das deutsche Unternehmen Adidas ist nicht nur hierzulande bekannt, sondern auch die Nummer Zwei unter den größten Herstellern von Sportmode weltweit, mit 5,8 Milliarden Euro Umsatz im dritten Quartal 2021. Und Sport ist vor allem mit den Themen Ehrgeiz, Fairness und Erfolg verknüpft. Auf seinem (englischen) Blog „Gameplan A“ widmet Adidas sich daher im großen Stil dem Bereich Erfolg im Sport und Beruf, sowie im Privatleben. Oft geht es um Karriereplanung, Ideen für ein erfüllteres Leben und emotionale Ausgeglichenheit. Das gesamte Blog steht unter dem Motto „Upgrade Work Life“, nur unregelmäßig veröffentlicht Adidas hier Marketing-Beiträge, wie etwa solche über die ehrgeizigen Klimaziele des Unternehmens. Die professionelle und moderne Aufmachung trägt ihr Übriges zum Erfolg des Blogs bei. Das verbessert nicht nur das Image des Unternehmens, sondern hilft auch den Lesern weiter.

Und wie könnte ein Artikel über Firmenblogs vollständig sein, ohne zumindest einen amerikanischen Tech-Riesen zu erwähnen? Dass Apple ein Meister des Marketings ist, wissen viele Fans und Nicht-Fans des kalifornischen Giganten ohnehin. Oft schafft Apple es mühelos, eigentlich kontroverse Entscheidungen mit cleverem Marketing zu rechtfertigen: Der Kopfhörer-Anschluss des iPhones wird abgeschafft? Mut zur Innovation. Ladekabel liegen den Produkten nicht mehr bei? Dies geschah ganz klar aus Gründen des Umweltschutzes.

Der Erfolg bleibt bei solch einem guten Marketing nicht aus: Alleine im ersten Quartal 2021 konnte der Konzern 28,76 Milliarden Dollar Gewinn einfahren – und auch für 2022 werden Rekordergebnisse erwartet. Auch auf Apples Blog zeigt sich, wie gut der Konzern die Kunden versteht: Geschichten von Menschen, die dank der Apple Watch Herzinfarkten vorbeugen konnten oder endlich fit wurden, sowie Artikel zum Thema Datenschutz und wie Apple diesen verfolgt, gibt es regelmäßig. Und natürlich immer wieder subtile Marketing-Botschaften – so funktioniert ein Blog richtig.

Die Konkurrenz ist groß: Knapp eine halbe Million Blogs gibt es in Deutschland. (Quelle: Pexels)

Wann lohnt sich ein Blog?

Die wichtige Frage ist natürlich, wann ein Blog sich für ein Unternehmen überhaupt lohnt. Immerhin kann nicht jeder kleine und mittelständische Betrieb spezielle Mitarbeiter bezahlen, um Brand Stories oder Tipps für Kunden zu veröffentlichen. Das Eröffnen von Blogs lohnt sich vor allem dann, wenn das eigene Unternehmen viel auf direkten Kundenkontakt angewiesen ist und die erbrachten Dienstleistungen einer gewissen Kommunikation bedürfen. Für einen Zulieferer aus dem Automobilbereich etwa ist ein Blog nur wenig vorteilhaft: Immerhin erzielt dieser Umsatz und Gewinn hauptsächlich aus dem Business-to-Business (B2B) Kontakt.

Der am Ende der Lieferkette stehende Automobilbauer dagegen kann durchaus von der Eröffnung eines Blogs profitieren; ebenso wie viele kleinere Unternehmen, die dank Internet-Kampagnen deutlich an Reichweite gewinnen können. Die Konkurrenz ist allerdings groß – mehr als 445.000 Blogs gibt es in Deutschland. Man muss sich also aus der Masse abheben.

Gute Firmenblogs bewerben nicht einfach Produkte, sondern sprechen Leser in vielfältiger Weise an. (Quelle: Pexels)

Themen, Posting-Frequenz und Schreibstil: Worauf müssen Firmen achten?

Es ist daher für den Erfolg von firmeneigenen Blogs essenziell wichtig, dass gewisse Regeln etwa bei der Anzahl der Beiträge, dem verwendeten Schreibstil und der allgemeinen Richtung des Blogs beachtet werden. Bei Beiträgen gilt: Qualität schlägt Quantität. Besser, als jeden Tag einen halb garen Post abzusetzen ist es, weniger Beiträge zu veröffentlichen, diese aber gut auszuarbeiten. Regelmäßige Aktivität sollte aber durchaus auf dem Blog zu erkennen sein – sonst sind die Leser schnell wieder weg. Bei der Themenauswahl lohnt es sich, sich am Leben der Kunden zu orientieren: Womit beschäftigen diese sich? Was ist ihnen wichtig? Und wie können die eigenen Produkte den Lesern dabei helfen, diese Ziele zu erreichen?

Ein Finanz-Unternehmen etwa könnte über das magische Sechseck der Wirtschaftspolitik schreiben und durch detaillierte Informationen zum Thema seriös und vertrauensvoll wirken. Direkte Verkaufs-Posts sollten dagegen tunlichst vermieden werden. Diese erscheinen vielen Lesern zu plump. Stattdessen sollte der Mehrwert, den die eigenen Dienstleistungen für die (potenziellen) Kunden darstellen, indirekt ins Gedächtnis gerufen werden. Dann danken die Leser dies auch mit dem Teilen von Beiträgen und vielen „Gefällt mir“ Angaben auf Social Media, wodurch die eigene Reichweite steigt. Auch der Schreibstil trägt hierzu bei: Nur durch den richtigen Ton wird die Zielgruppe wirklich effektiv angesprochen.

Fazit

Firmenblogs können sich sowohl für kleine und mittelständische, als auch große Unternehmen lohnen und werden nicht umsonst immer beliebter. Allerdings gibt es auch einige Regeln einzuhalten, damit die eigene Kampagne per Blog erfolgreich wird: So sollten lediglich gut recherchierte und vom Schreibstil her passende Themen auf Firmenblogs veröffentlicht werden, plumpe Marketing-Artikel sind dagegen ein No-Go. Der Einsatz kann sich lohnen: Gerade für kleinere Unternehmen lässt sich so die Reichweite deutlich steigern.

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