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Hinter den Kulissen von High-Tech-Lösungen: Die Northern Data AG

Wir leben in einer faszinierenden Zeit der digitalen Transformation. Mit dem Bitcoin gibt es erstmals eine rein digitale Währung, und neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) eröffnen Anwendungen für Verbraucher und die Wirtschaft, die wir noch vor 20 Jahren für reine Science-Fiction gehalten hätten.

Ermöglicht werden Innovationen wie Sprachsteuerung, das Navi im Auto, moderne medizinische Diagnoseverfahren oder auch lebensecht animierte Saurier in Hollywoodfilmen vor allem durch eines: Enorme Rechenleistung, die hinter den Kulissen dafür sorgt, dass Milliarden Daten schnell, reibungslos und zuverlässig verarbeitet werden. Exakt in diesem Bereich ist die Northern Data AG gerade dabei, mit ihren innovativen Ansätzen eine Führungsposition auf- und auszubauen, indem sie mit ihrer Infrastruktur für High Performance Computing (HPC) genau diese technisch sehr anspruchsvollen Rahmenbedingungen äußerst effizient erfüllt. Doch was sind die Kernkompetenzen des Unternehmens, und wo liegen die Besonderheiten des deutschen Tech-Unicorns?

High-Tech funktioniert nur mit Rechenleistung

Wer heute bestimmte digitale Technologien nutzt, beansprucht damit auch automatisch eine gewaltige Rechenleistung. Genau in diesem Bereich agiert die Northern Data AG für ihre Kunden und zeigt dabei, wie große Datenvolumina, hohe Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit effizient kombiniert werden können. Die AG entwickelt und betreibt dafür ihre eigene Infrastruktur für High-Performance-Computing-Lösungen.

Northern Data AG: Rechenpower made in Germany

Anfang 2020 entstand das Technologieunternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main aus dem Zusammenschluss der Northern Bitcoin AG und der Whinstone US Inc. Damals wurde tiefes Know-how im Bereich Bitcoin-Mining beziehungsweise HPC im Hinblick auf Bau und Betrieb sowohl von Hardware als auch von stationären sowie mobilen Rechenzentren in einem Unternehmen gebündelt.

Knowhow und proprietäre Technologien

Northern Data zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es seine Rechenzentren so effizient wie kaum ein anderer betreibt. Der PUE-Wert, der Quotient aus insgesamt vom Rechenzentrum verbrauchter Energie und der Energie, die davon nur in die Rechenleistung fließt, liegt nach Angaben des Unternehmens bei 1,1 und darunter. Teilweise erreiche man sogar Werte von 1,03. Im internationalen Vergleich dagegen liegen die PUE-Werte durchschnittlich bei 1,6. Diese Energieeffizienz erreicht das Unternehmen zum einen auf Basis einer selbst entwickelten Technik zur Leitung der Abwärme, die weitgehend auf passive Kühlung beruht, also ohne weiteren Input von Energie auskommt.

Diese kombiniert es mit einer ebenfalls proprietären künstlichen Intelligenz, die zu jedem Zeitpunkt über den technischen Zustand jedes Servers informiert ist und jeden einzelnen am Leistungsoptimum regelt. Da das Unternehmen seine Rechenzentren, die Hardware, die Virtualisierungsschicht sowie die Anwendungssoftware, alles aus einer Hand betreibt, kann es außerdem die Kühlung des Rechenzentrums optimal auf die tatsächliche Workload der Systeme abstimmen. Auch die eingesetzte Hardware ist besonders effizient. Das Unternehmen arbeitet dabei mit Partnern wie Gigabyte oder AMD zusammen.

Gigabyte baut die Server nach den Spezifikationen von Northern Data. Diese Serverarchitektur liefert bei gleichem Energieinput eine 30 Prozent höhere Rechenleistung als vergleichbare Systeme. Auch davon können die HPC-Kunden profitieren.

Kundenspezifische Lösungen an Standorten weltweit

Das Unternehmen liefert mit seinen kundenspezifischen Lösungen über Bereiche wie Bitcoin Mining hinaus auch die Infrastruktur für HPC-Anwendungen in der künstlichen Intelligenz, Blockchain, Big Data Analytics, Rendering oder IoT. Unternehmenskunden können sich dabei auf die Rechenpower an Standorten in den USA, Kanada, Deutschland, Schweden, Norwegen und den Niederlanden verlassen. Auch die Nutzung von nachhaltigen Energiequellen steht ganz oben auf der Agenda. Schon heute werden HPC-Projekte in Skandinavien mit ausschließlich nachhaltigen Ressourcen koordiniert.

Die Nachfrage nach Rechenkapazität wird weiter zunehmen

Bei der Northern Data AG dreht sich schlussendlich alles um hohe Rechenleistung, kostengünstig, energieeffizient und schnell skalierbar, angepasst auf die Anforderungen des Kunden. Marktforscher gehen davon aus, dass vor allem der Bereich „Deep Learning“ boomen wird. Man schätzt, dass sich alleine die Ausgaben für KI-Prozessoren in Rechenzentren in den nächsten fünf Jahren mehr als vervierfachen werden – von heute 5 Milliarden US-Dollar pro Jahr auf 22 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.

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