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Hochzeitsbranche in Deutschland: Es wird wieder mehr geheiratet

Jahrzehntelang nahmen die Eheschließungen in Deutschland ab, aktuell befinden sie sich wieder auf einem ähnlichen Niveau wie bei der Wiedervereinigung. In Deutschland wird wieder mehr geheiratet. Das bedeutet auch: Goldgräberstimmung in der Hochzeitsbranche.

Hochzeitsbräuche bleiben stabil

Hochzeitsbräuche, die im Jahr 2020 gepflegt werden sind zum Teil noch die gleichen wie vor über 100 Jahren. Das ist bemerkenswert und zeigt, wie stabil die Sehnsucht nach althergebrachten Institutionen ist. Ein Beispiel: Der Verlobungsring. Schon im Mittelalter war es üblich, dass der Mann der Angebeteten als Zeichen seines Treueversprechens bereits vor der Hochzeit einen Ring schenkt. Der Verlobungsring war ein Symbol, hatte aber auch durchaus einen ernsten Hintergrund. Die Frau konnte damit unmissverständlich und nonverbal signalisieren, dass sie bereits vergeben war, auch wenn die Hochzeit noch nicht stattgefunden hat. Auch heute hat der Verlobungsring weiterhin bestand.

Dabei stellt sich die Frage, an welcher Hand der Verlobungsring getragen wird. Heutzutage ist es üblich, dass der Verlobungsring nicht an derselben Hand getragen wird wie später der Ehering. Welche Hand dafür genau genutzt wird, dafür gibt es keine „Vorschriften“ – jedes Paar entscheidet das für sich. Wer es jedoch traditionell mag, der wird den Verlobungsring am linken und den Ehering am rechten Ringfinger tragen wollen. Nach der althergebrachten Vorstellung führt vom linken Ringfinger eine Vene direkt zum Herzen, daher trug man den Verlobungsring an dieser Stelle. Nach der Hochzeit wechselt der Ring dann auf die rechte Hand. Alternativ kann der Verlobungsring auch an der linken Hand bleiben und als Vorsteckring für den eigentlichen Ehering genutzt werden. So präsentiert sich die Ehe als Vollendung der Verlobung.

Womit verdient die Hochzeitsbranche?

Hochzeiten gehören nicht nur in Deutschland zu den wenigen Anlässen, an denen die Beteiligten keine Kosten und Mühen scheuen wollen. Normalerweise geht das Hochzeitspaar davon aus, die Ehe nur einmal zu schließen. Dieser Tag soll demnach als der wichtigste der gesamten Paargeschichte, manchmal sogar als „schönster Tag im Leben“, gefeiert werden. Klar, dass man sich dabei nicht mit den billigsten Lösungen abspeisen lassen will. Immer mehr Menschen gehen dazu über, für ihre Hochzeit einen sogenannten Hochzeitsplaner zu engagieren. Dieser hört sich die Wünsche des Paares genau an und organisiert auf Wunsch völlig individuelle Hochzeitsfeiern. Dabei wird auf jedes Detail geachtet, von den Eheringen bis zu den Platzkarten für die Gäste.

Die Hochzeitsbranche freut sich über den neuen Boom bei den Eheschließungen und beobachtet auch eine Tendenz zu deutlich mehr Ausgaben. Die Deutschen wollen sich ihre Hochzeiten etwas kosten lassen und unvergessliche Feiern schaffen. Egal, ob sie dabei professionelle Hilfe in Anspruch nehmen oder lieber alles selbst organisieren: Der Hochzeitsbranche tut diese Entwicklung nach Jahrzehnten mit abnehmenden Eheschließungszahlen sehr gut.

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