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Neuer Steuervorschlag der Bundesländer: iGaming-Industrie ist entsetzt

Endlich sollen Glücksspiele im Internet bundesweit erlaubt werden, aber… welchen Preis sollen die Online Spieleplattformen dafür zahlen. Es geht um Steuern, und zwar sollen diese saftig ausfallen! Lesen Sie weiter und erfahren Sie wissenswertes zu diesem Thema!

Steuerdebatte um Online Casinos in Deutschland

Ende Dezember berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass eine Arbeitsgruppe aus den Finanzministerien der Länder Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin einen Gesetzesentwurf erarbeitet hat, der eine Steuer von 5,3 % auf Online Pokerspiele und eine „Steuer für virtuelle Automaten“ von 8 % auf jeden Dreh an einem Online Spielautomaten vorsieht. Bisher sind Spielautomaten auf dem Smartphone, virtuelle Pokerspielchen und Roulette am virtuellen Casino Tisch in einigen Ländern fast ausnahmslos verboten. Mit den Genehmigungen will man in Zukunft einen milliardenschweren Schwarzmarkt unter Kontrolle bringen. Behördlich überwachte Dienstleister statt ungezügeltem Wachstum – und vorzugsweise: viel Geld für die Finanzverwaltung.

Warum also nicht das Geld in Deutschland behalten und das Spielen auf die legale Basis bringen. Aber was bedeuten die Steuersätze konkret, wenn wir einen begehrten Casino Bonus 2021 einlösen, um einen Anbieter kennenzulernen? Für Spieler gibt es keinen Unterschied, für Anbieter wird das jedoch in Zukunft sehr teuer, denn der Fiskus unterscheidet nicht zwischen einem Online Casino Bonus und einem normalen Spin. Das Online Casino muss in beiden Fällen Steuer abführen, die eventuell auf den Spieler verlagert werden.

Sie sollten also so gut Sie können bis Juli 2021 von Freispielen ohne Einzahlung profitieren und falls Sie nicht wissen, wo Sie diese finden können, gehen Sie auf die Vergleichsseite CasinoAllianz, die nur vertrauenswürdige Online Casinos für deutsche Spieler listet. Ab Juli 2021 werden es sich die Online Spielstätten dreimal überlegen, Freispiele anzubieten, denn sie müssten auch auf diese Spiele Steuern zahlen.

Eine weitere wirtschaftliche Chance durch die Legalisierung von Glücksspielen in Deutschland

Das Bundesfinanzministerium (BMF) lehnte eine Stellungnahme zu den Einzelheiten des SZ-Berichts ab, sagte aber, dass Änderungen am bestehenden Glücksspielrecht diskutiert würden. Die 16 Bundesländer sind derzeit dabei, den neuen Glücksspielstaatsvertrag einzeln zu ratifizieren, bevor der regulierte Online Glücksspielmarkt am 1. Juli 2021 an den Start geht.  Die neuen Marktregeln wurden zuvor an mehreren Fronten kritisiert, darunter das Einsatzlimit von 1 € pro Slot-Drehung (obwohl dies die Berechnung der neuen Steuer von 8 % einfacher machen wird).

In einem Bericht der staatlichen Arbeitsgruppe vom Oktober 2020 bezifferten die Beamten die Einnahmen aus Steuern auf Poker und Spielautomaten auf mehr als 1,365 Milliarden Euro, berechnet aus den Umsätzen von 2018. Experten sind sich inzwischen einig, dass die einzige Möglichkeit, den Glücksspielumsatz in den legalen Markt zu lenken, eine Öffnung des Marktes nach europäischen Regeln ist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Kunden auf den Schwarzmarkt abwandern und der deutsche Fiskus ohne Einnahmen dasteht. Der Spielerschutz steht in den Schwarzmärkten eher im Kleingedruckten, und das Auszahlen von Gewinnen verbirgt Risiken.

Eine einheitliche gesetzliche Grundlage würde dagegen zu besseren Überwachungsmöglichkeiten zum Schutz von Spielern, Jugendlichen und Kindern führen. Darüber hinaus könnten Arbeitsplätze und höhere Steuereinnahmen generiert werden.

Industrie kritisiert neue Steuerregelung

In Anbetracht der durchschnittlichen Auszahlungsquoten an Spielautomaten bleibt bei einem Steuerabzug von 8 % nicht viel Raum für Einkünfte der Betreiber, geschweige denn für Gewinne. Dirk Quermann, Präsident des Deutschen Online-Casino-Verbandes (DOCV), sagte gegenüber der SZ, dass dieser Satz die Spieler nur dazu ermutigen würde, sich günstigere Angebote in international lizenzierten Online Casinos zu suchen, was „zwangsläufig dazu führen würde, dass die Ziele des neuen Glücksspielstaatsvertrages nicht erreicht würden“.

Es könnten kaum noch Boni angeboten werden, um sich von der Konkurrenz abzuheben, da sie den Online Casinos zu teuer kommen würden. Das Regierungspräsidium Darmstadt in Hessen vergibt weiterhin neue Sportwettenlizenzen, bisher wurden 21 Genehmigungen erteilt (einige Mehrmarkenbetreiber besitzen mehrere Lizenzen). Zu den jüngsten Neuzugängen in diesem Club gehören Tipster, NetX Betting mit Sitz in Malta und die staatliche Lotterie-Wettmarke Oddset. Sollte der Status des GlüNeuRStV neu verhandelt werden, könnte dies die Liberalisierung des Marktes auf unbestimmte Zeit verzögern.

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