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Raumpsychologie: Warum der Wohlfühlfaktor im Büro so wichtig ist

Psychologen wissen, dass ein stilvoll eingerichtetes Büro die Lust auf die Arbeit steigern und Stress vermindern kann. Aber was bedeutet das eigentlich: Stilvoll? Und wie soll ein Büro eingerichtet sein, in dem sich möglichst viele Menschen möglichst wohl fühlen? Dieser Artikel gibt Tipps.

Was ist Raumpsychologie?

Als Raumpsychologie bezeichnet man die Wissenschaft, welche die Wirkung der Gestaltung eines Raumes auf die Psyche untersucht. Diese Wirkung kann in beide Richtungen erfolgen: Einerseits sagt ein individuell gestalteter Raum immer etwas über den aus, der ihn gestaltet hat – andererseits kann man Räume auch bewusst so gestalten, dass sie einen gewissen Ausstrahlungseffekt auf das Bewusstsein derjenigen haben, die darin arbeiten. Ein Beispiel: Mit abstrakter Kunst wollen viele Menschen ihre Freigeistigkeit zum Ausdruck bringen – selbst, wenn ihnen eine solche gar nicht eigen ist.

Man kann einen Raum aber auch mit schönen Objekten einrichten und somit den Gedanken provozieren, dass in einem solchen Raum auch schöne, kluge und stilvolle Menschen arbeiten. Wer für diese Botschaften empfänglich ist, fühlt sich in einem schön gestalteten Raum intuitiv besser und verhält sich dementsprechend. Das Büro mit verschiedenen Design-Accessoires aufzuwerten ist also ganz und gar kein Dünkel, sondern kann durchaus eine kluge Taktik darstellen. Mitarbeiter, die eine stilvolle Arbeitsumgebung schätzen, werden sich in schön gestalteten Räumen besser fühlen.

Sie gehen mit mehr Selbstbewusstsein an ihre Arbeit heran, sprechen entschlossener mit Kunden und Geschäftspartnern und werden auch abseits von der Arbeitszeit das Gefühl haben, in einem modernen Unternehmen zu arbeiten. Anders verhält es sich natürlich, wenn das Büro sehr aus der Zeit gefallen wirkt. Selbst die fortschrittlichsten Unternehmen werden sich dann nicht dagegen wehren können, dass ihre Mitarbeiter das Gefühl haben, in einem veralteten Laden zu arbeiten. Ganz ähnlich wird sich das dann auch in ihrem Selbstverständnis und ihrer Identifikation mit dem Unternehmen äußern.

Macht Ordnung produktiver?

Ein schön eingerichtetes Büro ist jedoch nicht mit Ordnung zu verwechseln. Hierzu existieren geteilte Auffassungen. Es gibt durchaus ordnungsliebende Menschen, die in einem unaufgeräumten Büro schlechter arbeiten können. Sie sind so erzogen worden, dass für sie Ordnung ein hohes Gebot darstellt und fühlen in einem unordentlichen Büro immer den Impuls, vor der „eigentlichen“ Arbeit erst einmal aufräumen zu müssen. Andere Menschen wiederum stört die Unordnung überhaupt nicht, sie scheinen sich im Chaos sogar regelrecht wohl zu fühlen.

Hier ist es klug, nur eine Grundordnung zu wahren und den Rest den Mitarbeitern und ihren Schreibtischen selbst zu überlassen. Ganz besonders gilt das natürlich auch für Selbstständige. Wer von sich weiß, dass er Ordnung mag, sollte so wenig Chaos wie möglich dulden. Wer mit ein bisschen Unordentlichkeit gut zurechtkommt, muss sich zu nichts zwingen.

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