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Finanzen & Börse

Vermögensaufbau: Fonds als langfristige Anlage

Immobilien oder Aktien? Das ist die typische Frage in einer Niedrigzinsphase. Denn kaum eine andere Anlageform bringt eine nennenswerte Rendite. Es gibt neben Aktien jedoch noch andere Wertpapiere, die sich für einen langfristigen Vermögensaufbau eignen. Fonds sind speziell für Personen, die das Risiko etwas reduzieren möchten, eine gute Wahl. Allerdings sind einige Feinheiten zu beachten.

Warum Fonds statt Aktien?

Gegenüber Aktien haben Fonds einen großen Vorteil. Die Investitionssumme fließt nicht an ein Unternehmen, dessen wirtschaftliches Agieren danach die Rendite beeinflusst. Die Summe fließt an eine Fondsgesellschaft, die Anteile an einem Fonds ausgibt. Bei dem Fonds wiederum handelt es sich um eine Sammlung von Einzelaktien. Der Vorteil dieser Anlageform ist die Risikostreuung. Wenn eine darin enthaltene Aktie deutlich an Wert verliert, gleichen das die anderen Papiere aus. Das Verlustrisiko ist abgefedert.

Schlüssel zu Erfolg: Aktienfonds günstig kaufen

Wie bei Einzelwerten kommt es bei Investitionen in Aktienfonds auf den Preis an. Anleger sollten über Broker und Direktbanken Anteile erwerben, die einen Discount anbieten. Denn die Ausgabeaufschläge können wie die jährlichen Verwaltungsgebühren die Rendite negativ beeinflussen. Viele Depotanbieter locken mit Rabatten auf die Aufschläge, sodass sich zumindest der Ausgabeaufschlag teilweise vollständig eliminieren lässt.

Bei der Wahl eines Aktienfonds sollten Anleger den Ausgabeaufschlag sehr genau beachten. Für viele Fonds liegt dieser um ca. fünf Prozent herum. Das bedeutet: Für 10.000 Euro eingesetztes Kapital erhält der Anleger nur Anteile im Wert von ca. 9.500 Euro. Warum zirka? Weil es Brutto- und Nettoberechnungen beim Ausgabeaufschlag gibt. Die Gebühr wird also entweder pauschal vom Investitionsbetrag abgezogen (brutto) oder auf den Wert der möglichen Fondsanteile aufgeschlagen, bis diese Summe (netto) plus Aufschlag die Gesamtsumme ergibt. Der Unterschied ist minimal, aber die Nettoberechnung ist etwas vorteilhafter.

In beiden Fällen erhält der Anleger aber einen geringeren Gegenwert in Fondsanteilen, als seine investierte Gesamtsumme eigentlich einbringen würde. Daher sind Online-Broker und Banken eine gute Wahl, die für die gewünschten Fonds Rabatte bis zu 100 Prozent auf den Ausgabeaufschlag anbieten. Das verbessert die Einkaufskonditionen und steigert die Rendite spürbar.

Jährliche Gebühren beachten!

Neben den Ausgabeaufschlag können speziell bei langfristigen Anlagen in Aktienfonds die jährlichen Gebühren sich deutlich auf die Performance der Investitionssumme auswirken. Diese liegt zwar häufig in der Größenordnung von unter einem Prozent. Aber dieser Abschlag erfolgt jährlich. Wer Fonds für eine kurzfristige Investition Sicht, muss hier nicht genau hinsehen. Bei langfristigen Anlagen kann das einen negativen Zinseszinseffekt auf die Renditeentwicklung haben. Die Anleger sollten im Zweifelsfall Papiere wählen, die besonders attraktive Konditionen bieten.

Einmalzahlung oder Sparplan?

Nach Beurteilung der Kosten rückt ein weiterer Aspekt in den Mittelpunkt: Soll der Anleger lieber Anteile für eine große Summe oder zu einem kleinen, aber regelmäßigen Betrag kaufen. Bei der Entscheidung spielt die individuelle Situation eine Rolle. Ist Geld für eine Investition vorhanden, ist eine Einmalzahlung die richtige Wahl. Das Geld kann sofort eine Rendite erwirtschaften und der Anleger schützt sich so vor Inflationsverlusten. Aber: Er muss ein Wertpapier finden, das einen attraktiven und renditeträchtigen Kurs bietet.

Ist dagegen nur eine kleine Summe für eine Investition vorhanden, kann ein Sparplan eine sehr sinnvolle Variante sein. Das bedeutet: Der Anleger legt in regelmäßigen Abständen, meistens monatlich, eine feste Summe in ein Papier an. Je nach Kurs erhält er dafür mehr oder weniger Anteile. Der Vorteil: Sparpläne lassen sich bereits mit Beträgen ab ca. 50 Euro monatlich starten und sind bei einigen Brokern sogar kostenlos möglich. Da zudem immer ein fester Betrag gezahlt wird, sinkt das Risiko zusätzlich. Denn bei niedrigen Kursen erwirbt der Anleger mehr, bei höheren Kursen weniger Anteile.

Kehrt sich der Kurs um, steigt der Gewinn durch mehr zu guten Kursen gekaufte Anteile überproportional, der Verlust ist jedoch durch weniger zu hohen Kursen erworbene Anteile geringer. Sparpläne sind nicht für alle Fonds verfügbar. Daher fallen viele interessante Produkte heraus. Langfristig lassen sich jedoch zu attraktiven Konditionen bereits mit kleinen Summen erhebliche Summen aufbauen.

Fonds oder ETFs?

Neben aktiv gemanagten Aktienfonds können Anleger auch Anteile an ETFs erwerben. Diese Papiere bilden einen Index wie den Nasdaq oder MSCI World Index nach. Der Vorteil von ETFs: Da die ETFs sich an einem Index orientieren, kann er automatisiert verwaltet werden. Das senkt die Verwaltungsgebühren deutlich. Der Kauf ist attraktiver. Allerdings partizipiert der Anleger „nur“ von der Indexentwicklung.

Aktiv gemanagte Fonds verfolgen dagegen in der Regel das Ziel, bessere Renditen als der Gesamtmarkt zu erwirtschaften. Das beinhaltet ein gewisses Risiko und kann je nach Fonds in aggressiviere Aktienzusammenstellungen münden. Die Chance auf eine gute Performance durch das aktive Eingreifen der Fondsmanager ist zumindest in der Theorie größer. Denn das gezielte frühzeitige Abstoßen von schlecht laufenden Aktien sowie der Zukauf von vielversprechenden Papieren führt tendenziell zu einem besseren Kursverlauf.

Wichtig ist in beiden Fällen, dass sich Interessierte genau ansehen, welches Ziel die Fonds verfolgen. Speziell bei aktiv gemanagten Fonds kommt es auf Anlageziel, Aktienzusammenstellung und teilweise auch auf die Streuung des Risikos in Branchen, Länder und Währungen an. Hier stecken für erfahrene Anleger viele weitere Stellschrauben, mit denen sie ihre Renditechancen verbessern können. Einsteiger haben einen besseren Überblick, wenn Sie ETFs erwerben, die sich an einem ihnen bekannten Index orientieren. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind beide Strategien sinnvoll.

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