In Zeiten der Digitalisierung werden in Unternehmen tagtäglich riesige Mengen sensibler Daten gespeichert, verarbeitet und irgendwann auch wieder gelöscht. Doch was passiert eigentlich mit alten Festplatten, die ausgemustert werden?
Wer glaubt, das einfache Löschen der Daten reicht aus, irrt gewaltig – denn gelöschte Daten lassen sich mit den richtigen Tools oft problemlos wiederherstellen. Genau hier kommt das Thema sichere Festplattenvernichtung ins Spiel, das im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine zentrale Rolle spielt.
Festplatten schreddern: Der Goldstandard der Datenvernichtung
Beim Schreddern werden Festplatten physisch zerstört, indem sie in spezielle Schreddermaschinen gegeben und mechanisch in kleine Stücke zerlegt werden. Dieser Prozess macht eine Datenwiederherstellung praktisch unmöglich – selbst für Profis.
Das Festplatten Schreddern gilt daher als eine der sichersten Methoden, um sensible Unternehmensdaten endgültig zu vernichten. Viele zertifizierte Entsorgungsunternehmen bieten diesen Service vor Ort oder als Abholservice an und stellen im Anschluss ein Vernichtungszertifikat aus. So können Unternehmen nachweisen, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind.
Warum Festplattenvernichtung so wichtig ist
Der Schutz personenbezogener Daten ist nicht nur ein Gebot der Fairness gegenüber Kunden, Partnern und Mitarbeitern, sondern auch eine gesetzliche Pflicht. Laut DSGVO müssen Unternehmen nachweisen, dass sie Daten nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist sicher und unwiderruflich gelöscht haben. Werden Festplatten unsachgemäß entsorgt, drohen empfindliche Bußgelder und ein erheblicher Imageschaden.
Methoden der Festplattenvernichtung im Überblick
Neben dem Schreddern gibt es weitere Methoden, um Festplatten sicher zu vernichten:
- Degaussing: Hierbei werden Festplatten einem starken Magnetfeld ausgesetzt, das die gespeicherten Daten unlesbar macht. Diese Methode eignet sich besonders für magnetische Datenträger, ist aber bei SSDs weniger effektiv.
- Zerstörung durch Bohren oder Zerschneiden: Auch das gezielte Zerstören durch Bohren oder Schneiden kann Daten unlesbar machen. Allerdings ist die Zerstörung oft nicht so gründlich wie beim Schreddern.
- Softwarebasierte Löschung: Spezielle Programme überschreiben die Daten mehrfach. Das ist zwar besser als einfaches Löschen, bietet aber keinen hundertprozentigen Schutz und ist für SSDs nicht immer geeignet.
Was Unternehmen beachten sollten
- Zertifizierte Dienstleister wählen: Nur geprüfte Anbieter garantieren eine sichere und nachweisbare Vernichtung.
- Vernichtungszertifikat einfordern: Das Zertifikat dient als Beleg für die ordnungsgemäße Datenvernichtung – wichtig bei Audits oder Nachfragen der Datenschutzbehörde.
- Interne Prozesse dokumentieren: Wer im Unternehmen für die Datenvernichtung verantwortlich ist, sollte klar geregelt und dokumentiert sein.
- Mitarbeiter sensibilisieren: Schulungen helfen, das Bewusstsein für Datenschutz und sichere Datenvernichtung zu stärken.
Fazit
Datenschutz endet nicht beim Speichern oder Verarbeiten von Daten – auch das sichere Löschen und Vernichten von Datenträgern ist ein Muss. Das Schreddern von Festplatten ist eine der zuverlässigsten Methoden, um sensible Unternehmensdaten vor Missbrauch zu schützen und gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Unternehmen, die auf zertifizierte Verfahren setzen und ihre Prozesse dokumentieren, sind auf der sicheren Seite und stärken das Vertrauen von Kunden und Partnern.
