Bei dem Versand geht es um weitaus mehr, als um das sichere Verpacken der Ware, sodass diese unversehrt und funktionstüchtig bei den Kunden ankommt. In der Tat gibt es so einige Aspekte, auf die Shops bezüglich der Versandverpackung achten sollten.
Es geht nicht nur darum, dass sie stabil ist, sondern auch darum, dass Kunden sie optisch ansprechend finden. Vor allem durch Social Media hat sich in den letzten Jahren das sogenannte “Unboxing-Erlebnis” etabliert. Bei diesem geht es nicht nur darum, was in der Verpackung steckt, sondern darum, wie die Verpackung ist. Damit die Ware jedoch erst einmal bei dem Kunden ankommt, ist es für Shops wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, welche Versandlösung sich am besten anbietet. Denn diesbezüglich gibt es eine recht große Auswahl.
Die größten drei Möglichkeiten sind diesbezüglich:
- Externes Fulfillment
- Self-Fulfillment
- Dropshipping
Das hat es mit dem Fulfillment auf sich
Wenn von dem Fulfillment die Rede ist, dann sind damit all die Prozesse gemeint, die sich rund um die Versandabwicklung bewegen.
Das heißt im Klartext, dass sich unter dem Hut dieses Begriffes:
- das Annehmen von Bestellungen
- die Lagerhaltung
- die Kommissionierung
- das Verpacken der Ware
- das Versenden der Ware
verstecken.
Damit ist jedoch oft nicht genug. Denn es ist auch wichtig, dass in dem Rahmen des Fulfillments:
- Retouren gemanaged
- Rechnungen gestellt
- Zahlungsabwicklungen durchgeführt
- Mahnungen geschrieben
werden können.
Shop-Besitzern steht es dabei frei, das Fulfillment vollkommen selbst zu übernehmen oder es teilweise oder auch ganz an externe Dienstleister zu übergeben. Diese externen Dienstleister sind als “Fulfillment-Dienstleister” bekannt und übernehmen all die Aufgaben, die Online-Shops auslagern.
Das externe Fulfillment und seine Vor- und Nachteile
Lagert ein Online-Shop Aufgaben des Fulfillments, wie zum Beispiel unter anderem den Versand an einen externen Dienstleister aus, geht das Hand in Hand mit vorteilhaften und nachteilhaften Aspekten. Es ist wichtig, sich diese vor Augen zu führen, um so eine Entscheidung treffen zu können.
Die Vorteile des externen Fulfillments
- Onlineshops können sich auf die nicht ausgelagerten Aufgaben konzentrieren. Um welche es sich dabei handelt, kommt darauf an, welche Entscheidungen der Onlineshop diesbezüglich getroffen hat.
- Da Onlineshops nicht mit jedem Dienstleister einen eigenen Vertrag abschließen müssen, bei dem sie dazu verpflichtet sind, eine bestimmte Anzahl an Bestellungen über sie zu versenden, können Onlineshops ihren Kunden nach Bedarf eine größere Auswahl an Versandmöglichkeiten anbieten.
- In vielen Fällen ist die Zusammenarbeit mit einem externen Fulfillment-Dienstleisters kostengünstiger und zudem finanziell risikoärmer als dies der Fall ist, wenn die Option des Eigenversands gewählt wird.
- Da externe Fulfillment-Dienstleister auf saisonale Schwankungen eingestellt sind, können sie diese besser ausgleichen.
- Weltweite Lieferungen sind für viele Fulfillment-Dienstleister kein Problem.
Die Nachteile des externen Fulfillments
Mit der Inanspruchnahme der Leistungen eines externen Fulfillment-Dienstleisters, geben Onlineshops die Kontrolle über die Versandabwicklung ein großes Stück ab. Damit die Waren auch wirklich nach den Wünschen des Onlineshops versendet werden, muss eine detaillierte und klare Kommunikation erfolgen. Zwar wissen externe Fulfillment-Dienstleister wie Verpackungen im E-Commerce aussehen müssen, kann es sein, dass Onlineshops ihren Kunden gerne noch Proben, Kärtchen oder Sticker mitschicken möchten.
All das muss im Hinterkopf behalten werden. Zudem haben Onlineshops eine geringere Flexibilität und können nicht zeitunabhängig auf ihr Produkt zurückgreifen und zu guter Letzt kostet die Inanspruchnahme eines externen Dienstleisters natürlich auch Geld.
Das Self-Fulfillment und seine Vor- und Nachteile
Es wurde bereits darauf eingegangen, was es mit dem Self-Fulfillment auf sich hat. Genau wie das externe Fulfillment durch Dienstleister, bringt auch dieses Vor- und Nachteile mit sich.
Die Vorteile des Self-Fulfillments
Die volle Kontrolle über den Online-Versand liegt beim Onlineshop, was bedeutet, dass bei Problemen sofort eingegriffen werden kann. Vor allem zum Start kann das Self-Fulfillment sehr viel günstiger sein als die Inanspruchnahme der Leistungen eines externen Anbieters. Die Verpackung kann ganz nach den Wünschen des Onlineshops gestaltet werden, sodass das Auspackerlebnis für die Kunden nach den eigenen Vorstellungen umgesetzt werden kann.
Die Nachteile des Self-Fulfillments
Skalierbarkeit ist eine große Herausforderung, vor allem dann, wenn das Bestellvolumen auf einmal steigt. Nicht selten ist das Self-Fulfillment mit einem großen Zeitaufwand verbunden. Die Zeit, die in den Versand und alles um den Versand herum investiert wird, fehlt unter Umständen an anderer Stelle, wie dem Marketing, etc.
Das Dropshipping
Beim Dropshipping bestellen Kunden zwar in dem Onlineshop, der Versand der Ware erfolgt jedoch durch einen Großhändler. Das heißt, dass die Aufgabe des Onlineshops in diesem Fall bei der Kommunikation mit den Kunden und der Werbung für die Ware liegt. Natürlich bringt auch das Dropshipping Vor- und Nachteile mit sich, die man sich vor Augen führen sollte.
Die Vorteile des Dropshippings
- Risikoarm, da die Ware im Voraus nicht gekauft werden muss.
- Dropshipping kann auch dann gestartet werden, wenn kein großes Startkapital vorhanden ist.
- Ortsunabhängiges Arbeiten möglich, da “nur” eine Internetverbindung gebraucht wird und die Kommunikation mit den Kunden online erfolgt.
Die Nachteile des Dropshippings
- Eine Qualitätskontrolle ist nicht möglich, da der Onlineshop selbst die Produkte weder kauft, noch verpackt, noch versendet.
- Bei einem plötzlich hohen Bestellvolumen, muss der Onlineshop auf den Dropshipper vertrauern, dass dieser diesem Anstieg gerecht wird. Das führt zu einer großen Abhängigkeit von dem Dropshipper.
- Nehmen Onlineshops das Dropshipping in Anspruch, besteht jedoch oft die Gefahr, dass die Margen der verkauften Ware für den Onlineshop gering ausfallen.
Wie findet ein Onlineshop nun die richtige Lösung?
Nachdem nun feststeht, welche Möglichkeiten Onlineshops bezüglich des Versands haben, stellt sich die Frage danach, wie sie die passende Option für sich finden. Bei der Auslagerung, sei es über externes Fulfillment oder über Dropshipping, ist es für den Onlineshop wichtig, im Voraus einige Aspekte im Hinterkopf zu behalten und die Entscheidung basierend auf einigen wichtigen Faktoren zu treffen:
- Ist der externe Dienstleister dazu in der Lage, an die bereits bestehenden Systeme des Onlineshops angebunden zu werden?
- Wie sieht die Verpackung aus, die der externe Dienstleister verwendet? Entspricht diese den Vorstellungen des Onlineshops? Es ist wichtig, dass die Verpackung ansprechend gestaltet ist. Denn so wie das Auge beim Essen mitisst, packt es beim Auspacken mit aus. Es ist wichtig, dass der externe Dienstleister die Verpackung so gestaltet, dass sie mit dem Branding des Onlineshops übereinstimmt.
- Ist es dem Dienstleister möglich, auf kurzfristige Veränderungen (wie zum Beispiel eine höhere Bestellmenge) zu reagieren?
- Wie sind Erfahrungen anderer Onlineshops bezüglich der Kommunikation? Diese ist das A und O, wenn Onlineshops den Versand auslagern und an externe Dienstleister übergeben.
Vor allem Onlineshops, die gerade erst angefangen haben, sollten sich überlegen, schlicht und ergreifend die Variante des Self-Fulfillments zu nutzen. Sollte das Auftragsvolumen dann steigen, kann immer noch überlegt werden, auf externe Dienstleister zurückzugreifen. Um Zeit zu sparen und sich die Arbeit zu erleichtern, ist es zudem sinnvoll, wiederkehrende Arbeiten zu automatisieren.
