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Industrie

Kleinere Chargen, höhere Flexibilität: Wie Single-Use-Technologien die Pharma-Produktion verändern

Pharma- und Biotech-Unternehmen stehen zunehmend vor der Herausforderung, kleinere Chargen, individualisierte Therapien und wechselnde Produktportfolios abzubilden – ohne dabei Abstriche bei Reinheit, Prozesssicherheit oder regulatorischer Konformität zu machen. Klassische, fest installierte Edelstahlanlagen stoßen hier an ihre Grenzen. Gründe, die zunehmend für den Einsatz von Single-Use-Systemen sprechen, die flexibel, kontaminationsarm und schnell einsatzbereit sind.

Gleichzeitig müssen alle Prozessschritte den hohen regulatorischen Anforderungen der Branche standhalten. Single-Use-Technologien erfüllen diese Bedingungen. Dank vorsterilisierter, einmal verwendbarer Komponenten ermöglichen sie eine schnelle Umrüstung zwischen Produkten bei gleichzeitig minimiertem Kontaminationsrisiko.

Wie funktionieren Single-Use-Systeme?

Single-Use-Technologien basieren auf dem Prinzip geschlossener, vorsterilisierter Einwegkomponenten, die nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. Statt wiederverwendbarer Edelstahltanks, Rohrleitungen und Ventile kommen Beutelsysteme, Schlauchverbindungen und Einwegfilter aus pharmazeutisch geeigneten Kunststoffen zum Einsatz. Ein aufwendiges Reinigen und Validieren der Anlagen zwischen den Chargen entfällt weitgehend. Eine wichtige Voraussetzung, wenn schnelle Produktwechsel gefordert sind. Anders als bei fest verbauten Systemen reduziert sich bei Single-Use-Anlagen der Aufwand für Reinigungsvalidierung (Cleaning Validation) und Cross-Contamination-Kontrolle erheblich.

Einsatzbereiche in der Pharma- und Biotech-Produktion

Single-Use-Systeme kommen dort zum Einsatz, wo Flexibilität, Geschwindigkeit und höchste Reinheit gefragt sind.

Typische Anwendungen:

  • Zellkultivierung und Fermentation in Single-Use-Bioreaktoren
  • Puffer- und Medienherstellung sowie -lagerung in Einweg-Beutelsystemen
  • Sterilfiltration und Virenfiltration mit Einmalfiltern
  • Abfüllung kleiner und mittlerer Chargen, etwa für klinische Studien
  • Herstellung individualisierter Therapien wie Zell- und Gentherapien

Insbesondere in der klinischen Entwicklung und bei der Produktion personalisierter Medikamente sind Single-Use-Technologien aufgrund ihrer schnellen Skalierbarkeit und des geringen Cross-Contamination-Risikos ein zentraler Bestandteil moderner Anlagenkonzepte.

Regulatorische Sicherheit für sensible Prozesse

Single-Use-Komponenten werden nach strengen Vorgaben gefertigt und sind in der Regel USP-Class-VI-konform, entsprechen den Anforderungen der Ph. Eur. und werden mit umfassender Extractables-&-Leachables-Dokumentation geliefert. Für Unternehmen, die nach GMP-Vorgaben arbeiten, ergeben sich daraus entscheidende Vorteile. Speziell in der Biotech-Produktion ist die lückenlose Rückverfolgbarkeit aller Materialien und Chargen essenziell. Hier punkten Single-Use-Systeme mit dokumentierter Materialkonformität, validierten Lieferketten und einfacher Integration in bestehende Qualitätsmanagementsysteme. Damit bieten sie sowohl technische als auch regulatorisch belastbare Prozesssicherheit – ein entscheidender Faktor angesichts wachsender Anforderungen an Produktvielfalt und Zulassungsgeschwindigkeit.

Wirtschaftlichkeit und Flexibilität: mehr als nur ein Kostenfaktor

Auch wenn die laufenden Verbrauchskosten für Einwegkomponenten zunächst höher erscheinen als bei wiederverwendbaren Anlagen, lohnt sich der Einsatz oft im Gesamtbild. Geringere Investitionskosten, kürzere Rüst- und Reinigungszeiten sowie ein reduziertes Kontaminationsrisiko sparen Zeit und Geld. Durch die schnelle Umrüstbarkeit lassen sich Produktionsausfälle und Stillstandzeiten zwischen Chargenwechseln minimieren. Dies ist ein wirtschaftlicher Faktor, der besonders bei kleinen und mittleren Chargengrößen oft unterschätzt wird.

Moderne Single-Use-Lösungen sind modular aufgebaut und lassen sich individuell an Prozessvolumen, Produkt und Anwendung anpassen. Anbieter wie die GMPTEC GmbH unterstützen Pharma- und Biotech-Unternehmen dabei, passende Single-Use-Assemblies auszuwählen und in bestehende Prozesse zu integrieren, ohne die Prozesssicherheit zu gefährden.

Anlagen mit Zukunft

Der technologische Fortschritt treibt die Weiterentwicklung von Single-Use-Systemen voran. Sensorintegration und digitale Prozessüberwachung ermöglichen präzises Monitoring in Echtzeit, während automatisierte Anbindungen an übergeordnete Steuerungssysteme die Prozesssicherheit weiter erhöhen. In Kombination mit dem wachsenden Bedarf an kleinteiliger, personalisierter Produktion entwickeln sich Single-Use-Technologien zu einer Schlüsseltechnologie für eine flexible und zugleich regulatorisch sichere Pharma- und Biotech-Fertigung.

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