Netto Kasse: Definition und Erklärung

Netto Kasse

Sie finden auf einer Rechnung den Begriff „Netto Kasse“ und fragen sich nach der Bedeutung? Wir erklären die Hintergründe und Varianten.

Netto Kasse: Welche Zahlungsziele gibt es?

Im Alltag ist es der Normalfall, dass der Käufer einer Ware, beispielsweise einer Tüte Milch, dem Verkäufer den Preis dafür sofort bezahlt. Das geschieht mit Bargeld, immer öfter aber mit der Bank- oder Kreditkarte. Die Bezahlung mit dem Smartphone via App findet ebenfalls eine stetig weitere Verbreitung. Ander liegt es oft, wenn Waren gegen Rechnung bestellt werden. Der Käufer gelangt in den Besitz des gelieferten Stücks und muss es erst später bezahlen. Spätestens jetzt stellt sich Frage, bis wann und in welcher Höhe die Rechnung zu begleichen ist.

Sagt der Inhalt der Rechnung dazu nichts weiter aus, gelten die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Zusammengefasst muss demnach die Rechnungssumme spätestens 30 Tage nach Erhalt der Rechnung auf dem Konto des Verkäufers angekommen sein. Geschieht dies nicht, gerät der Zahlungspflichtige in Verzug mit den nachteiligen Folgen von Mahnkosten sowie Zinszahlungen. Unter Kaufleuten ist es nicht erforderlich, auf gesetzliche Fristen hinzuweisen, weil bei diesen ein hinreichendes Wissen vorausgesetzt wird. Private Kunden jedoch müssen auf die Negativfolgen einer verspäteten Zahlung hingewiesen werden.

Weitere Informationen

Verkäufer können jedoch, sei es in ihren Allgemeinem Geschäftsbedingungen (AGB) oder auf den Rechnungen sehr frei Fristen für den Eingang des Geldes bei ihnen setzen. Diese Freiheit endet allerdings da, wo sie den Käufer im Vergleich zur BGB-Regelung benachteiligen: keine Mahnung und keine Zinsen vor Ablauf der 30 Tage. Der Verkäufer kann seine Zahlungsfristen mit der Möglichkeit eines Abzugs von dem Rechnungsbetrag verbinden, dem Skonto. Der Skonto ist ein prozentualer Rabatt auf die Rechnungssumme. Die Höhe des Rabatts kann der Verkäufer dabei genauso selbst bestimmen wie die Zeit, innerhalb der der Käufer davon profitiert.

Ebenso besteht die Freiheit, mehrere Zahlungsziele miteinander zu koppeln. Und zuletzt kann die Minimalfrist des BGB zugunsten des Käufers auch verlängert werden. Einige Beispiele für Zahlungsziele mit dem Bestandteil Netto Kasse sind:

  1. zahlbar sofort netto Kasse
  2. zahlbar binnen 3 Monaten netto Kasse
  3. zahlbar innerhalb 7 Tagen mit 3 % Skonto, netto Kasse 30 Tage nach Rechnungserhalt

Was bedeutet Netto Kasse?

Kurz gesagt bedeutet dieser Begriff, dass der Verkäufer dem Käufer keinen Rabatt einräumt. Letzterer muss den vollen Rechnungsbetrag innerhalb der gesetzten Frist begleichen. Die Beispiele verdeutlichen die Gestaltungsfreiheit des Rechnungsstellers in dieser Frage. Im ersten Beispiel bedeutet „sofort“, dass die Bestimmungen des BGB Anwendung finden. Der Käufer muss somit dafür sorgen, dass spätestens 30 Tage nach Rechnungserhalt das Geld auf dem Konto des Lieferanten liegt. Im ersten Beispiel gewährt der Verkäufer seinem Gegenüber ein langes und somit vorteilhaftes Zahlungsziel.

Da er damit seine eigene Finanzdecke schmälert, verzichtet er darauf, dem Käufer eine Rabattvergünstigung einzuräumen. Im letzten Beispiel besteht der Vorteil für den Warenempfänger darin, dass er einen Rabatt in ausgewiesener Höhe erhält, wenn er sehr schnell zahlt. Das dient der Motivation zum schnellen Rechnungsausgleich. Lässt der Käufer die beispielhaften 7 Tage verstreichen, muss er den vollen Rechnungsbetrag anweisen.

Bildquelle Titelbild:

  • Andrey_Popov/shutterstock.com