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Baufinanzierung ohne Eigenkapital: Tipps für Hauskäufer

53 Prozent von 2000 Befragten gaben 2023 im Rahmen einer Panel-Studie an, sich ein freistehendes Eigenheim zu wünschen. Die Deutschen träumen also nach wie vor von einem eigenen Haus. Aus eigener Kraft können sich die meisten Menschen ihre Wohnimmobilie samt Nebenkosten jedoch nicht leisten. Die Lösung bietet eine Immobilienfinanzierung. In diesem Kontext nutzen die Hauskäufer ihr Eigenkapital und nehmen zusätzlich ein Hausdarlehen bei einer Bank oder einem Kreditinstitut auf.

Doch ist es auch möglich, das Haus ohne Eigenkapital zu finanzieren? Wie wirkt sich das Eigenkapital auf die Höhe des Darlehens aus? Und worin unterscheiden sich die 100- und die 110-Prozent-Finanzierung?

Was ist das Eigenkapital?

Was versteht man eigentlich unter dem Eigenkapital? Grundsätzlich handelt es sich bei dem Eigenkapital um jegliches Geld, das den Hauskäufern in spe zur Verfügung steht. Dazu zählen das vorhandene Bargeld, das Guthaben auf Sparkonten oder Tagesgeldkonten, Guthaben aus der Riester-Rente, Aktien und Wertpapiere wie Rentenpapiere, ein Bausparvertrag und die Lebensversicherung.

Weiterhin ist es möglich, Geldgeschenke für das Eigenkapital zu verwenden oder Antiquitäten, Edelmetalle, Gemälde oder Münzen zu veräußern. In der Regel nutzen die Kreditnehmer bei einer Baufinanzierung für Münchner Immobilienlandschaft ihr Eigenkapital und das Darlehen, um ihr Traumhaus zu erwerben und die Nebenkosten abzudecken.

Kein Eigenkapital: Klappt der Hauskauf trotzdem?

Steht kein Eigenkapital zur Verfügung, müssen Interessenten ihren Traum vom Eigenheim längst nicht begraben. Denn eine Immobilienfinanzierung ist in Ausnahmefällen auch ohne Eigenkapital möglich. Die Hauskäufer finanzieren dabei die Immobilienkosten (inklusive Nebenkosten) ausschließlich über den Hauskredit.

Normalerweise erwarten Kreditgeber einen gewissen Eigenanteil der Antragsteller. Dieser beläuft sich auf mindestens 20 Prozent. Die Banken und Co. gehen bei einer Finanzierung mit Eigenkapital ein geringes Ausfallrisiko ein. Gleichzeitig sinkt die Gefahr für die Kreditnehmer, die monatliche Finanzierungsrate im Laufe der Zeit nicht mehr begleichen zu können.

Bei einer Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital müssen die Kreditnehmer deswegen über eine hohe Bonität verfügen und eine sichere Anstellung aufweisen. Sie können sich für eine 100-Prozent-Finanzierung oder eine 110-Prozent-Finanzierung entscheiden. Doch aufgepasst: Die Höhe des Eigenkapitals nimmt Einfluss auf die Höhe der Kreditsumme. Ohne Eigenkapital steigen der Zinssatz und die Tilgungsrate. Der Hauskauf erweist sich als kostspielig.

Was ist eine 100-Prozent-Finanzierung?

Das Eigenheim zu 100 Prozent finanzieren: Ohne Eigenkapital können Hauskäufer ihre Immobilie entweder mit Hilfe einer 100-Prozent-Finanzierung oder einer 110-Prozent-Finanzierung realisieren. Bei der 100-Prozent-Finanzierung stimmt die Höhe des Darlehens mit der Höhe des Immobilienkaufpreises überein. Den Immobilienpreis ermittelt die Bank eigenständig, indem diese den Wert des Hauses einschätzt. Die Summe entspricht deswegen häufig nicht dem Kaufpreis, den der Hausverkäufer angibt. Die Nebenkosten werden nicht über den Kredit abgedeckt.

Was ist eine 110-Prozent-Finanzierung?

Bei einer 110-Prozent-Finanzierung wird ein Teil des Kaufpreises des Hauses über eine Baufinanzierung abgedeckt. Diese Variante der Finanzierung ist nur möglich, wenn die Antragsteller über ein regelmäßiges und ausreichend hohes Einkommen verfügen, eine gute Bonität aufweisen und einen hohen Zins in Kauf nehmen.

Zudem nehmen die Hauskäufer einen zweiten Kredit bei einem weiteren Kreditinstitut auf. Dieser wird als Nachrangdarlehen bezeichnet. Mit dem besagten Darlehen finanzieren die Kreditnehmer den restlichen Teil des Kaufpreises und die Nebenkosten. Bei den Nachrangdarlehen fallen die Zinsen allerdings hoch aus.

Das Fazit – ein Haus ohne Eigenkapital kaufen

Eine gute Bonität, ein hohes Einkommen und einen unbefristeten, sicheren Arbeitsplatz: Wer sein Eigenheim ohne Eigenkapital finanzieren möchte, sollte optimale Voraussetzungen aufweisen. Denn Banken stimmen der 100- oder 110-Prozent-Finanzierung nur zu, wenn die Antragsteller gewisse Bedingungen erfüllen. Dabei gilt: Ohne Eigenkapital fällt der Kredit für die Immobilie teuer aus. Denn die Bank geht ein Ausfallrisiko ein und stellt den Kredit deswegen mit höheren Zinsen zur Verfügung.

Hauskäufer, die die genannten Voraussetzungen aufweisen, können sich zwischen der 100- und 110-Prozent-Finanzierung entscheiden. Bei der 100-Prozent-Finanzierung wird der Hauskauf zu 100 Prozent über das Darlehen abgedeckt. Die Nebenkosten sind nicht enthalten. Im Gegensatz dazu finanzieren Immobilienkäufer einen Teil des Immobilienkaufpreises im Rahmen der 110-Prozent-Finanzierung über einen Baukredit. Sie nehmen zusätzlich einen zweiten Kredit in Anspruch, um den verbleibenden Teil des Kaufpreises sowie die Nebenkosten zu finanzieren.


Quelle: Traumhaus – Wunsch nach Einfamilienhaus bis 2023 | Statista

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