Rawpixel.com/shutterstock.com
Economy & Business

Kaufabbrüche im E-Commerce mit einer Auswahl an Zahlungsoptionen vermeiden

Der Online-Handel nimmt in der heutigen Zeit im Alltag der Menschen eine stetig wichtigere Rolle ein, während immer mehr Tätigkeiten sich in das Internet verschieben. Ganz oben ist hier auch der Einkauf mit dabei, der immer mehr online abgewickelt wird. Wer von diesem Trend bestmöglich profitieren, einen eigenen Online-Shop eröffnen möchte und E-Commerce-Kunden begeistern will, sollte den Kaufprozess so reibungslos wie möglich gestalten. Nur so können Kaufabbrüche vermieden werden. Ganz wichtig ist hier eine gute Auswahl an Zahlungsmethoden.

Warum eine Auswahl an Bezahlmethoden so wichtig ist

Einer der häufigsten Gründe, warum Kunden ihren Bestellvorgang abbrechen, sind mangelnde Bezahloptionen. Findet der Kunde während des Bestellvorgangs nicht die gewünschte Bezahlmethode, mit der sie sich wohlfühlen, wandert der Cursor schnell zum X. Jeder Online-Shopper hat eine gewisse bevorzugte Bezahlmethode und ist oft nicht nur erfreut, wenn diese angeboten wird, sondern erwartet es sogar, dass die gewünschte Option bereitsteht. Im Schnitt stehen Online-Shoppern heutzutage sieben oder acht Zahlungsmethoden zum Kaufabschluss bereit.

Bietet ein Shop nur wenige Zahlungsoptionen an, kann dies sogar unseriös wirken. Eine große Auswahl an Zahlmethoden bietet dagegen ein hohes Maß an Sicherheit und verleiht ein starkes Gefühl der Vertrauenswürdigkeit. Wer eine breite Palette an Bezahlmethoden anbietet, verringert damit das Risiko von Warenkorbabbrüchen, erhöht die Chance auf Kaufabschlüsse, erfreut seine Kunden und bietet einen sicheren und komfortablen Bestellvorgang – da kommen die Kunden auch wieder.

Die Klassiker: Auf Rechnung und per Kreditkarten

Welche Zahlungsoptionen ein Online-Shop im Angebot haben sollte, hängt ganz davon ab, welches Produkt bzw. welcher Service angeboten wird. Ein Klassiker, der jedoch in den meisten Fällen als Zahlungsoption bereitstehen sollte, ist die gute alte Kreditkarte. Sie ist für ihre vielseitige Einsetzbarkeit im Internet bekannt und kann auch auf ausländischen Websites in der Regel problemlos verwendet werden. Für viele sind sie die Standardbezahlmethode, die daher in den meisten Fällen für Online-Transaktionen bereitstehen sollte.

Die (noch) beliebteste Bezahlmethode von deutschen Online-Shoppern ist der Kauf auf Rechnung. Dieser stellt für Kunden ein hohes Maß an Sicherheit dar, da sie die Ware erst bezahlen, nachdem sie sie erhalten haben. Für E-Commerce-Händler besteht bei dieser Zahlungsmethode jedoch ein gewisses Risiko, da die Ware bereits vor dem Zahlungseingang verschickt wird. Über ein Viertel aller Online-Käufe werden in Deutschland allerdings per Rechnung beglichen, sodass diese Zahlungsoption bei Online-Shops mit physischen Waren ein Must-Have ist.

PayPal und Co.: Digitale Wallets sind ein Muss

Noch viel wichtiger ist jedoch das Angebot von digitalen Bezahloptionen, welche langsam aber sicher an die Spitze der beliebtesten Bezahlmethoden im Internet rücken. Wie die EHI-Studie Online-Payment 2022 ergeben konnte, läuft der digitale Zahlungsdienst PayPal aktuell dem Rechnungskauf den Rang ab. Für Bestellungen mit physischen Gütern machte PayPal 2021 einen Anteil von 28,2 % aus und liegt damit nur 0,1 Prozentpunkte hinter dem Kauf auf Rechnung. Die klassische Nummer eins unter den Zahlungsmethoden für den Online-Kauf könnte damit schon bald vom ersten Platz gestoßen werden.

PayPal ist aber längst nicht die einzige digitale Zahlungsoption, die sich im Netz breit macht. Je nachdem, welche Produkte oder Dienstleistungen angeboten werden, können auch andere digitale Zahlungsdienstleister sinnvoll sein. Giropay stellt etwa eine digitale Variante der Zahlung per Vorkasse dar und ermöglicht es Kunden, mit wenigen Klicks direkt über ihr Online-Banking die Zahlung zu tätigen. Amazon Pay gewinnt nun ebenfalls an Bedeutung und ermöglicht Amazon-Kunden den Einkauf auf ausgewählten Shops im Netz. Welche dieser Zahlungsdienste sinnvoll sind, hängt allerdings jeweils vom Einzelfall ab.

Apple Pay und Google Pay: Mobile Zahloptionen gewinnen an Bedeutung

Wir leben in einem Zeitalter, in dem Mobile First vorherrscht. Das Smartphone ist heutzutage bei immer mehr Verbrauchern das Gerät, an dem sämtliche Tätigkeiten des Alltags erledigt werden, vom Shoppen bis hin zum Filmegucken kommt heutzutage das Smartphone rund um die Uhr zum Einsatz. Unterdessen macht sich die mobile Bezahlmethode Apple Pay im Internet zunehmend breit und lässt sich langsam aber sicher auf immer mehr Websites vorfinden. Hier kommt es für allerlei Transaktionen zum Einsatz, so kann man etwa bereits mit Apple Pay Flüge buchen, wie es etwa bei Lufthansa möglich ist, die eine breite Palette an Zahlungsdiensten anbieten.

Auch diverse Unterhaltungsmöglichkeiten können über Apple Pay bezahlt werden, wie etwa Games aller Art. Alle, die am iPhone Spiele spielen, können für sämtliche Games aus dem App Store mit Apple Pay bezahlen, vom Kaufpreis von Spielen wie Minecraft bis hin zu In-App-Käufen in Casual-Game-Hits wie Candy Crush Saga. Auch Browserspiele lassen sich im Safari-Browser problemlos mit Apple Pay bezahlen. So kann man etwa auch klassische Spiele wie Poker online um Echtgeld spielen und hierzu Apple Pay nutzen. Es gibt Pokerplattformen online, die eine Reihe an Zahlungsmethoden anbieten, unter denen sich neben klassischen Optionen wie Mastercard und Maestro Card auch Apple Pay befindet.

Doch auch Kleidung lässt sich inzwischen an immer mehr Ecken per Apple Pay bezahlen. Nicht zuletzt geht Mobile Commerce aktuell durch die Decke, während immer mehr Verbraucher über ihre Mobilgeräte einkaufen. Aktuell ist das Angebot von mobilen Zahlungsdiensten wie Apple Pay noch begrenzt – das könnte für Händler jedoch die Chance sein, als Vorreiter voranzuschreiten und Kunden mit einer breiten Palette an Bezahloptionen inklusive Apple Pay zu begeistern.

Verbraucher haben ihre eigenen bevorzugten Bezahlmethoden, die sie beim Bezahlen im Internet vorfinden wollen. E-Commerce-Betreiber sollten sich dessen bewusst sein und eine Reihe an Zahlungsoptionen zum Kaufabschluss bereitstellen, mit dem der Bestellprozess so reibungslos wird wie möglich. Damit werden Kaufabbrüche reduziert und die Kunden kommen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit wieder.

Ähnliche Beiträge

Homeoffice oder Büro: Vor- und Nachteile für Arbeitgeber

E-Commerce: Schuhe in Übergrößen und Untergrößen sind gefragt

Nachfragemonopol: Ausführliche Erklärung und Beispiele

Heinrich Gellertshausen
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner