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Finanzen & Börse

Baufinanzierung: 5 typische Fehler vermeiden

Die eigene Immobilie gilt als Statussymbol. Kein Wunder, dass viele Menschen von ihren eigenen vier Wänden träumen. Wer seine eigene Wohnimmobilie besitzt, verdient sich schließlich den Respekt und die Anerkennung seines Umfeldes und ermöglicht seinen Kindern die Chance, in einem großen Haus mit Garten aufzuwachsen.

Um sich das Eigenheim leisten zu können, wendet sich der Großteil der Hauskäufer an eine Bank oder ein Kreditinstitut. Sie entscheiden sich in der Regel für ein Annuitätendarlehen, um ihr Haus zu finanzieren. Dabei nutzen sie ihr Eigenkapital und nehmen zusätzlich einen Kredit in Anspruch. Allerdings gilt es, die Finanzierung mit Bedacht zu planen. Denn vielen Antragstellern unterlaufen Fehler, die sich als kostspielig erweisen können. Doch welche Fehler sollten Immobilienkäufer unbedingt vermeiden?

Hauskauf: No-Gos bei der Baufinanzierung

Zugegeben: Am liebsten würden sich Hauskäufer ausschließlich mit der Einrichtung des neuen Eigenheims beschäftigen. Doch im Vorfeld sollten diese sich umfassend mit der Kalkulation ihres Budgets und den zu erwartenden Kosten beschäftigen. Gleichzeitig ist es von Belang, die Baufinanzierungen diverser Anbieter zu vergleichen und das optimale Preis-Leistungsverhältnis zu ermitteln. Was nach viel Arbeit klingt, zahlt sich nach dem Hauskauf aus. Denn der Kredit muss über einen langen Zeitraum abbezahlt werden und sollte sich weder als teuer entpuppen noch den Lebensstandard einschränken.

Ein Tipp: Mit einem Budgetrechner lassen Interessenten einfach ihre Baufinanzierung berechnen. So ersparen sie sich komplizierte Rechenwege und erhalten das Ergebnis innerhalb von Sekunden.

Fehler 1: die Hausbank als einzigen Anbieter in Erwägung ziehen

Hauskäufer wenden sich in der Regel zunächst an die Hausbank, um sich über einen Hauskredit zu informieren. Doch obwohl das Vertrauen groß ausfällt, kann sich eine Baufinanzierung über die Hausbank unter Umständen als nachteilig erweisen. Statt ein Angebot einzuholen, sollten Hauskäufer die Angebote mehrerer Anbieter vergleichen. So steigt die Chance, eine Finanzierung zu günstigen Konditionen zu ermitteln. Bereits eine Zinsdifferenz von 1 Prozent kann sich maßgeblich auf die Kosten auswirken.

Fehler 2: ein zu teures Haus erwerben

Hand aufs Herz: Jeder wünscht sich ein Haus, in dem die Bewohner frei über Renovierungsarbeiten verfügen und die Musik laut aufdrehen können. Allerdings sollte die Immobilie der Wahl im Budget liegen. Können die Kreditnehmer die monatlichen Raten des Hauskredites nur unter Verzicht begleichen, führt der Hauskauf früher oder später zu einem Gefühl der Frustration. Schließlich soll weder der Neukauf einer Waschmaschine zu einem finanziellen Engpass führen noch möchten die Bewohner dreißig oder vierzig Jahre lang auf einen Sommerurlaub verzichten. Neben dem Kaufpreis sind zudem die Nebenkosten zu berücksichtigen. Auch Reparaturen oder Sanierungen der Immobilie müssen eingeplant werden.

Fehler 3: kein oder zu wenig Eigenkapital ansparen

Antragsteller ohne Eigenkapital müssen spezifische Voraussetzungen erfüllen, damit die Bank oder das Kreditinstitut das Darlehen gewährt. Dazu zählen eine sichere Anstellung und eine hohe Bonität. Wer wenig Eigenkapital vorweisen kann, wird ebenfalls entweder abgelehnt oder muss mit hohen Zinsen rechnen. Das bedeutet: Da der Kreditgeber ein hohes Risiko eingeht, erhöht dieser die Zinsen.

Durch die hohen Zinsen fällt der Kredit teurer aus. In der Folge verlängert sich entweder der Zeitraum, in dem die Hauskäufer das Darlehen abbezahlen, oder die monatlichen Raten fallen höher aus. Deswegen kann es sich lohnen, eine gewisse Summe anzusparen und bei der Antragstellung bereits 10 bis 30 Prozent der Kaufsumme über das Eigenkapital begleichen zu können.

Fehler 4: die Kosten falsch berechnen

Eine fehlerhafte Kostenkalkulation kann eine kostspielige Nachfinanzierung nach sich ziehen. Grundsätzlich beinhaltet der Festpreis bereits Kosten für die Erschließung und Einrichtung der Baustelle, die Hausanschlüsse und das Bodengutachten. Berücksichtigen die Kreditnehmer einen Teil dieser Kosten nicht bei der Berechnung, erweist sich eine Nachfinanzierung als unausweichlich.

Fehler 5: keine Informationen über staatliche Förderungen einholen

Zinsgünstige Förderdarlehen erhalten Hauskäufer unter bestimmten Voraussetzungen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW. Diese fördert unter anderem den Neubau, den Hauskauf, die Modernisierung einer Bestandsimmobilie zur Optimierung des Energieverbrauchs, das energetische Sanieren und altersgerechte Umbauten. Der Vorteil: Die Förderungen können als Baustein einfach und bequem in die Hausfinanzierung eingebunden werden. Wer aus Unwissen oder Bequemlichkeit auf die Förderungssummen verzichtet, verliert bares Geld und nimmt in Kauf, dass der Hauskauf oder der Bau eines Hauses mehr Geld verschlingt als notwendig.

Das Fazit – mit der Baufinanzierung zur eigenen Wohnimmobilie

Die meisten Menschen finanzieren ihr Haus über eine Baufinanzierung. Dabei weist der Großteil der Kreditnehmer ein Eigenkapital auf. Wer eine Hausfinanzierung ohne Eigenkapital anstrebt, muss eine sichere Anstellung und eine hohe Bonität nachweisen. Dies trifft zum Beispiel auf Beamte zu. Sie können die 100- oder 110-Prozent-Finanzierung nutzen.

Bei der Immobilienfinanzierung sollten Antragsteller gängige Fehler vermeiden. So sollten diese die Angebote verschiedener Anbieter vergleichen, ihr Budget realistisch einschätzen, ein Eigenkapital ansparen und alle anfallenden Kosten in ihre Kalkulationen einbeziehen. Außerdem sollten die Hauskäufer überprüfen, ob Förderungen durch die KfW möglich sind.

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