Rekrutierung Führungskräfte aus Frankreich
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Rekrutierung: Führungskräfte aus Frankreich sehr gefragt

Frankreich bietet mit 65 Millionen Konsumenten einen Markt in direkter Nachbarschaft zu Deutschland, den deutsche Unternehmen nicht vernachlässigen sollten. Zwischen beiden Ländern bestehen wichtige und enge wirtschaftliche Beziehungen, weshalb immer mehr deutsche Firmen Niederlassungen in Frankreich gründen. Für diese werden meist Führungskräfte benötigt, die beide Sprachen sprechen.

Rekrutierung von Führungskräften aus Frankreich

Aufgrund der kulturellen Unterschiede ist es vorteilhaft, eine Führungsposition in Frankreich mit einem Franzosen zu besetzen, der auch französisch auftritt. Einheimische erfreuen sich bei den Mitarbeitern meist einer höheren Akzeptanz als Neuankömmlinge aus Deutschland. Frankreich verfügt zunehmend über Führungskräfte, die im Umgang mit deutschen Unternehmen und Arbeitsgepflogenheiten Erfahrung gesammelt haben und auch über Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Gut ausgebildete Franzosen mit Managementerfahrung haben allerdings gute Jobaussichten und geben oft französischen Unternehmen den Vorzug. Soll die Rekrutierung von Erfolg gekrönt sein, muss sie gut geplant sein und kulturelle Differenzen berücksichtigen. Dann stehen die Chancen, einen geeigneten Kandidaten für die Niederlassung in Frankreich vor Ort zu finden, gar nicht schlecht.

Kulturelle Unterschiede

Französische Führungspersönlichkeiten wechseln auf ihrem Karriereweg öfters die Positionen als ihre deutschen Kollegen. Die Franzosen schätzen bei Führungskräften vor allem Charisma und Führungswillen, Kreativität, Entscheidungsfreudigkeit und ein Diplom einer Grande Ecole. Firmentreue und Beharrlichkeit wird weniger Wert beigemessen. Chefpositionen werden gerne durch Externe besetzt, während deutsche Unternehmen eher dazu neigen, die Führungsposition in einer französischen Niederlassung zuerst einmal dem bisherigen zweiten Mann anzubieten. Dies zeugt für wenig Gespür für die französische Realität, wo für die Besetzung einer höheren Position niemals empfundene Verpflichtung gegenüber einem loyalen Mitarbeiter oder Angst vor dessen Kündigung ausschlaggebend sind.

personal und manager frankreich
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In Frankreich genießen kleine und mittelständische Unternehmen nicht das gleiche Ansehen wie in Deutschland. Viele Franzosen suchen das Prestige von Großkonzernen und internationalen Unternehmungen. Dies ist speziell für Start-ups und kleinere Unternehmen eine Hürde bei der Rekrutierung von französischen Managern. Sie sind gefordert, durch Originalität, Enthusiasmus und Ambition zu punkten, Eigenschaften, auf die Franzosen ebenfalls positiv reagieren.

Franzosen führen auch anders als Deutsche. Ein französischer Chef darf seine Autorität und seine Persönlichkeit voll einsetzen und erwarten, dass die Mitarbeiter seine Anweisungen ohne Murren befolgen. Wer sich vor einer Entscheidung die Zustimmung der Mitarbeiter einholt, kommt in Frankreich nicht weit. Auch wenn der Kontakt zwischen Führungskräften und Mitarbeitern von lockerer Höflichkeit geprägt ist, wird in Frankreich ganz klar geführt. Auch die Chefs in französischen Niederlassungen erwarten von ihren Vorgesetzten in der Konzernmutter eindeutige Richtlinien und klare Entscheidungen. Ein kooperativer Laissez-Faire-Führungsstil ist hier definitiv fehl am Platz.

Mögliche Methoden für die Rekrutierung französischer Führungskräfte

Bei der Suche sollte man sich auf Frankreich konzentrieren, da man praktisch nur hier in Frage kommende französische Kandidaten erreicht. Die meisten Erfolgsaussichten hat, wer bei der Suche mehrere Möglichkeiten kombiniert. Grundsätzlich kommen folgende Methoden in Frage.

Anzeigen in klassischen Printmedien

Für die Suche von französischen Führungskräften bieten sich Annoncen in den führenden Wochenzeitschriften wie „L’Express“ und großen Tageszeitungen wie „Le Monde“ oder „Le Figaro“ an. Anzeigen-Exhibitionismus ist bei den Franzosen verpönt. Anzeigenformate sind hier in der Regel kleiner, Firma, Branche, Position, Aufgaben und Aufnahmekriterien werden nur kurz umrissen. Französische Kandidaten effektiv anzusprechen setzt voraus, dass man deren Wertesystem einbezieht. Franzosen sind empfänglich für das Ansehen eines Unternehmens, Originalität und die Herausforderung einer neuen Aufgabe.

Personalberater aus Frankreich

Ebenfalls weit verbreitet ist die Suche über Personalberater, die gerade durch ihre Neutralität und Verpflichtung zur Diskretion Vorteile für beiden Seiten bringen können. Die meisten Personalberater arbeiten mit Stellenanzeigen, immer mehr auch mit Direktansprache geeigneter Kandidaten. Einige Personalberatungsfirmen haben sich explizit darauf spezialisiert, französische Manager für Niederlassungen deutscher Unternehmen zu rekrutieren und verfügen über Standorte in beiden Ländern. Meist sind diese Unternehmen auf gewisse Branchen spezialisiert, haben sich eine umfassende Bewerberdatenbank aufgebaut und sind hervorragend vernetzt. Die großen Anbieter verfügen oftmals auch über unternehmenseigene Jobportale.

Um geeignete Führungskräfte zu finden, fehlen deutschen Unternehmen oft Kompetenzen, Kontakte und Kenntnisse des französischen Arbeitsmarktes. Beauftragt man Profis mit der Kandidatensuche, hat man den Vorteil optimierter Suchprozesse und bekommt oft noch eine umfassende Garantie. Erweist sich der vermittelte Kandidat nicht als geeignet, wird kostenlos Ersatz gesucht, wobei die Dauer der Garantie zwischen sechs Monaten und einem Jahr variiert. Da sich Personalberatungsfirmen auch mit dem französischen Arbeitsrecht auskennen, können sie deutsche Firmen auch diesbezüglich beraten und beim Abschluss von Arbeitsverträgen unterstützen.

Zeitersparnis durch perfektionierte Suche, gezielte Ansprache über Headhunter sowie Rechtssicherheit durch umfassende Kenntnis des französischen Arbeitsrechts sprechen für die Beauftragung eines Personalberaters.

Jobmessen / Personalfachmessen

Die Teilnahme an einer deutsch-französischen Jobmesse ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, geeignete Kandidaten zu finden. Gerade für gehobene Positionen verlagert sich die Stellensuche zunehmend auf derartige Wege der persönlichen Kontaktaufnahme. Auf Jobmessen können suchende Firmen und Bewerber gleich einen unmittelbaren ersten Eindruck voneinander bekommen. Der direkte Kontakt und Informationsaustausch verkürzt außerdem die Bewerbungsphase.

französisches personal rekrutieren
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Social Media Recruiting

Die Digitalisierung führt auch zu einer Veränderung bei der Jobsuche, weshalb die gezielte Nutzung von Social Media eine durchaus erfolgversprechende Methode sein kann. Gerade die Generation der Digital Natives ist über klassische Printmedien kaum zu erreichen. Speziell jüngere Führungskräfte kommunizieren über Social Media Plattformen und Facebook. Berufliche Netzwerke wie LinkedIn oder XING sind gerade für kleinere Unternehmen eine interessante Alternative, um mit begrenztem Budget gezieltes Recruiting zu betreiben. Firmen, die sich eine Präsenz in den Sozialen Netzwerken aufgebaut haben und interessante Stellenangebote posten, profitieren von einer hohen Reichweite und einer sofortigen Kommunikation mit potenziellen Kandidaten.

Social Media sind zudem ein wichtiger Marketingbestandteil, wo sich Arbeitgeber gegenüber potenziellen Kandidaten in einem positiven Licht präsentieren können.

Diese Punkte sind bei der Rekrutierung zu beachten

Zeitlich sollte man vom Beginn der Suche bis zur Entscheidung mit drei bis sechs Monaten rechnen. Die Kündigungsfrist beträgt bei leitenden Angestellten normalerweise drei Monate, vereinzelt auch bis zu sechs Monaten. Bei der Einstellung in Frankreich müssen auch bestimmte Formalitäten eingehalten werden. Neue Führungskräfte müssen beispielsweise wie alle Mitarbeiter im Personalregister eingetragen werden. Weiters sind alle Arbeitnehmer in Frankreich zum Abschluss einer Zusatzrentenversicherung verpflichtet. Argic ist die für Führungskräfte zuständige Versicherung. Für die Gestaltung der Arbeitsverträge gilt französisches Recht.

Es gilt daher genau zu prüfen, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen zu erfüllen sind. Bezüglich Gehaltsvorstellungen ist es ratsam, sich vor der Rekrutierung mit dem Lebensstandard sowie den Vergleichsgehältern am Standort auseinanderzusetzen.

Rekrutierung: Führungskräfte aus Frankreich sind bei Unternehmen sehr beliebt

Managerpositionen in französischen Niederlassungen mit Franzosen zu besetzen bietet eindeutig Vorteile, da die Akzeptanz durch die gemeinsame Sprache und Kultur im Regelfall sowohl bei Mitarbeitern als auch Geschäftspartnern höher ist. Franzosen wissen, wie sie ihre Mitarbeiter zu Höchstleistungen verführen und kennen die lokalen Geschäftsgepflogenheiten. Gut ausgebildete, zweisprachige Franzosen mit fundierten Managementkenntnissen zu finden, ist nicht so einfach, da diese oft französischen Unternehmen den Vorzug geben.

Das eigene Unternehmen und die ausgeschriebene Position ansprechend gemäß französischer Wertevorstellungen zu präsentieren, ist eine Herausforderung, bei der Unterstützung durch professionelle Personalberater hilfreich sein kann. Auch moderne Methoden wie Social Media Recruiting haben gute Erfolgsaussichten. Am besten erfolgt die Rekrutierung von Führungskräften vor Ort und über mehrere Kanäle.

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