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Finanzen & Börse

Hohe Zinssätze bei Dispokrediten: Das sind die Alternativen

Der Dispokredit beim Girokonto ist beliebt. Im Herbst 2023 nutzten rund 8,5 Prozent der Deutschen den Überziehungskredit des eigenen Kontos. Diese Flexibilität wird jedoch teuer erkauft, denn die Zinssätze für Dispokredite sind seit 2022 durchwegs gestiegen. Verbraucher sollten nicht nur aus diesem Grund nach Alternativen suchen.

Was ist so problematisch an einem Dispokredit?

Der Dispokredit ist auf den ersten Blick eine tolle Option. Eigentümer eines Girokontos haben maximale Flexibilität und können über einen bestimmten Kreditrahmen verfügen, ohne extra einen Antrag zu stellen. Gleiches gilt für die Rückzahlung, die eigentlich keine ist, denn diese erfolgt einfach über den Ausgleich des Girokontos. In der Praxis ist es jedoch der Zinssatz der Girokonten, der problematisch ist. Ein Vergleich der Konditionen verschiedener Banken durch die Stiftung Warentest im Sommer des Jahres 2023 zeigte, dass der Zinssatz bei durchschnittlich 11,22 Prozent lag.

Im Jahr zuvor waren es hingegen erst 9,43 Prozent. Zudem haben viele Banken zu Beginn des Jahres 2024 den Dispozinssatz weiter angehoben. Ein konkretes Beispiel zeigt, wie hoch die tatsächlichen Kosten sind. Bei einem Dispozinssatz von 12,5 Prozent und einem durchschnittlichen Dispokredit von 2.500 Euro entstehen im Verlaufe eines Jahres 311,65 Euro an Zinskosten.

Den Dispo über einen Ratenkredit umschulden

Eine recht einfache und sehr effektive Möglichkeit, den hohen Kosten des Dispos auszuweichen, ist die Umschuldung über einen Ratenkredit. Heutzutage ist es sehr einfach, einen solchen Ratenkredit aufzunehmen. So lassen sich Kredite über darauf spezialisierte Plattformen online anfragen. Dabei ist es möglich, Wunschbetrag und Laufzeit zu wählen.

Der Vorteil eines Ratenkredits sind die deutlich niedrigeren Zinssätze. Entsprechende Darlehen für die Umschuldung gibt es ab einem Zinssatz von etwa vier Prozent. Für einen Kredit mit der oben genannten Beispielsumme von 2.500 Euro würden die Zinskosten dann nur noch bei 99,73 Euro liegen. Dies ist eine Ersparnis von mehr als 200 Euro pro Jahr. Ein Kredit online lässt sich innerhalb von wenigen Minuten beantragen und die Zusage inklusive Auszahlung erfolgt meist in wenigen Tagen.

So lässt sich mit wenig Aufwand das Problem eines überzogenen Girokontos lösen. Gleichzeitig wird durch die gestaffelte Rückzahlung über einige Jahre verhindert, dass das Girokonto zeitnah wieder überzogen ist und das eigentliche Problem somit nur aufgeschoben ist.

Laufende Ausgaben auf die Kreditkarte verlegen

Kurzzeitige finanzielle Engpässe lassen sich unter Umständen mit der eigenen Kreditkarte lösen. Dies liegt in der Funktion einer Kreditkarte begründet. So gewährt die Kreditkarte oft für bis zu sechs Wochen einen zinsfreien Kredit. Dann lässt sich die Kreditkarte für alle Einkäufe einsetzen, während das laufende Einkommen den Dispo ausgleicht.

Es ist jedoch wichtig, die Konditionen der Kreditkarte zu beachten. Bei vielen erfolgt die Abbuchung von Ausgaben zur Mitte des Folgemonats und das zinsfrei. In anderen Fällen können sogar längere Zeiträume für die Rückzahlung in Anspruch genommen werden. Teilweise fallen dann jedoch sogar noch höhere Zinsen als für den Dispo an.

Wechsel des Girokontos zu einer anderen Bank

Ein Vergleich verschiedener Banken zeigt, dass es durchaus große Unterschiede bei den Zinssätzen für den Dispokredit gibt. Während einige Banken sich bei 13 bis 16 Prozent bewegen, finden sich auch Girokonten, bei denen der Dispozinssatz zwischen 8,5 und 9,9 Prozent liegt. Das sollte bei der Wahl des Girokontos auf jeden Fall berücksichtigt werden, wenn der Dispo häufiger in Anspruch genommen wird. Durch einen Wechsel der Bank lässt sich so im Jahr schnell eine dreistellige Summe an Zinskosten sparen.

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