pilot mit 40 jahren
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Karriere & Bildung

Berufspilot mit 40: Welche Möglichkeiten gibt es?

Wenn man Kinder nach ihren zukünftigen Traumberufen fragt, erhält man oft immer dieselben Antworten. Eine davon ist in der Regel der Beruf des Piloten. Kein Wunder. Denn nicht umsonst heißt es in Reinhard Meys Lied: „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“. Die große Verantwortung, ein traumhaftes Gehalt und das Steuern eines riesigen Flugzeugs machen zusätzlich den Reiz an diesem Berufsbild aus. Doch was ist, wenn man sich erst relativ spät für den Beruf als Piloten entschieden hat? Ist es mit 40 Jahren noch möglich, die Ausbildung zum Berufspiloten zu absolvieren?

Berufspilot mit 40 werden: Gibt es ein Mindest-/Höchstalter?

Zuerst sollte die wichtigste Frage geklärt werden, und zwar, ob der Beruf des Piloten ein Mindestalter hat. Grundlegend sieht es so aus, dass jede Person ab 17 Jahren mit der Ausbildung zum Piloten beginnen kann. Eine Grenze nach oben gibt es so in dieser Form nicht. Lediglich der physische und psychische Zustand sollte einwandfrei sein. Ist dieser Fakt gegeben, könnte man auch mit 80 noch eine Ausbildung zum Piloten machen.

Die Anforderungen

Bevor man sich die Frage stellt, ob man mit 40 Jahren noch Berufspilot werden kann, sollten sich Interessenten zunächst darüber informieren, ob sie die Anforderungen für diesen Beruf erfüllen. Diese sind logischerweise recht hoch aufgrund der hohen Verantwortung, die auf den Schultern eines Piloten lastet. Neben der einwandfreien körperlichen sowie mentalen gesundheitlichen Verfassung gibt es jedoch noch einige weitere Punkte, die zwangsläufig erfüllt werden müssen. Viele größere Unternehmen verlangen zudem eine Allgemeine Hochschulreife.

Bei kleineren privaten Unternehmen sind die Chancen jedoch recht hoch, dass diese auch Bewerber mit der Mittleren Reife akzeptieren. Zudem sollten sehr gute Englischkenntnisse sowie ein äußerst ausgeprägtes technisches Verständnis vorhanden sein. Weitere formale Voraussetzungen sind außerdem ein gültiger und uneingeschränkter Reisepass, maximal 5 Punkte im Verkehrszentralregister und der Status eines EU-Bürgers – falls die Ausbildung und die Ausübung des Berufs in einem EU-Mitgliedsstaat erfolgen soll.

älterer berufspilot
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Welche Hürden es für Berufspiloten ab 40 gibt

Doch ganz so einfach ist bei genauerer Betrachtung leider doch nicht. Denn die Ausbildung, genauer gesagt der Weg zur Fluglizenz, ist mit einem enormen monetären Aufwand verbunden. Wird die Ausbildung zum Piloten jedoch bei einer größeren Airline absolviert, übernimmt diese in der Regel jedoch einen Großteil dieser Kosten. Hier wird jedoch definitiv auf das Alter geschaut, da die Auszubildenden einen Mehrwert für das Unternehmen darstellen. Für eine Person, die nur noch wenige Jahre bis zur Rente arbeiten kann, wird sich dieser finanzielle Aufwand also in der Regel nicht lohnen.

Das Unternehmen Lufthansa hatte bis vor einigen Jahren noch ein Höchstalter von 27 Jahren für die Ausbildung zum Berufspiloten angegeben. Diese Angabe ist jedoch mittlerweile nicht mehr vorhanden. Die Chancen, mit 40 Jahren einen Ausbildungsplatz bei einer solchen Airline zu bekommen, sind jedoch äußerst gering.

Diese Möglichkeiten gibt es, um doch noch Pilot zu werden

Wenn eine Ausbildung zum Berufspiloten bei einer größeren Airline aufgrund des Alters nicht mehr möglich ist, welche Alternativen bieten sich nun an? Die Antwort ist klar, das Selbststudium sowie die Finanzierung aus eigener Tasche. Das große Problem hierbei sind jedoch die enorm hohen Kosten, welche für einen Ottonormalverbraucher wohl kaum zu stemmen sein dürften. Doch bevor weiter auf den monetären Aspekt eingegangen wird, sollten sich zukünftige Berufspiloten zunächst darüber im Klaren sein, in welche Richtung sie gehen möchten.

Grundlegend gibt es für den klassischen Berufspiloten zwei Optionen. Zum einen die Arbeit bei einer kommerziellen Airline oder aber im Bereich der Business Aviation. Ersteres dürfte klar sein, bei Letzterem handelt es sich um das Fliegen von Privatjets. Es werden also eher kleinere Flugzeuge geflogen, mit welchen beispielsweise Berühmtheiten oder wohlhabende Leute reisen. Jetzt gilt es jedoch, sich einen Überblick über die verschiedenen Lizenzen zu verschaffen, welche für die Ausübung des Pilotenberufs benötigt werden. Ganz am Anfang steht die PPL (Privat Pilot Licence) mit dieser können Piloten jedoch nur privat und noch nicht gewerblich fliegen. Kostenpunkt ist hier 10.000 bis 15.000 Euro.

pilot als beruf
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Als Nächstes folgt die CPL (Commercial Pilot Licence). Diese ist die, für Berufspiloten notwendige Fluglizenz, welche diese mindestens besitzen sollten. Diese reicht jedoch nicht für den Flug mit Turbinenflugzeugen aus. Mit dieser Lizenz ist lediglich das Durchführen von gewerblichen Rundflügen sowie die Ausübung als Buschpilot möglich. Falls vorher bereits die PPL erworben wurde, belaufen sich die Kosten auf ungefähr 15.000 Euro. Ist noch keine Pilotenlizenz erworben worden, kostet diese jedoch 48.000 Euro.

Neben dem hohen Kostenaufwand gilt es natürlich auch den zeitintensiven Lernaufwand zu berücksichtigen. Sollte neben Umschulung zum Berufspiloten also noch einem regulären Job nachgegangen werden, damit diese Ausbildung finanziert werden kann, dann kann dieser Weg durchaus zu einer großen Herausforderung werden.

Berufspilot mit 40 werden: Ist es möglich?

Um abschließend eine Antwort auf diese Frage zu stellen, es kommt darauf an. Grundlegend ist die Ausbildung zum Berufspiloten auch mit 40 Jahren noch möglich. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob ein ausreichendes finanzielles Polster sowie eventuelle Vorkenntnisse wie beispielsweise eine Privat Piloten Lizenz vorhanden sind. Eine Umschulung zum Berufspiloten in einem fortgeschrittenen Alter ist nämlich definitiv nicht ohne Weiteres machbar und bedeutet einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand.

Wer also die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, um die nötigen Lizenzen zu erwerben, kann mit 40 Jahren auf jeden Fall noch als Berufspilot tätig werden. Egal ob auf gewerblichen Rundflügen oder auf großen Passagiermaschinen für namhafte Airlines. Denn über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos. Auch für angehende Berufspiloten im fortgeschrittenen Alter.

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