Foto von Crystal Kwok auf Unsplash
Industrie

OEE-Analyse: Auf dem Weg zur Industrie 4.0

Die Analyse der Overall Equipment Effectiveness (OEE) hat sich in der industriellen Welt als wichtiges Werkzeug zur Verbesserung der Produktionsleistung und -effizienz etabliert. Dieser Artikel widmet sich der Bedeutung der OEE in der modernen Fertigung. Die Berechnungsgrundlagen werden kurz umrissen, genauso wie der Nutzen der OEE für die Industrie und wie sie mit modernen Konzepten wie Predictive Maintenance ineinandergreift.

Was ist die OEE?

Die gesamte Anlageneffektivität (Overall Equipment Effectiveness, OEE) stellt eine bedeutende Kennzahl dar, die die Effizienz einer Produktionsanlage im Verhältnis zur Gesamtproduktionszeit bewertet. Sie integriert die Aspekte der Anlagenverfügbarkeit, der Leistung und der Produktqualität.

Die OEE hat sich zu einem Branchenstandard entwickelt und bietet produzierenden Unternehmen eine effektive Möglichkeit, Probleme schnell zu erkennen, indem sie die Verfügbarkeit ihrer Anlagen visuell darstellt. Dies ermöglicht die zügige Identifikation von Defiziten und die Einleitung geeigneter Maßnahmen zur Optimierung der Produktionseffizienz.

Die Grundfragen der OEE lauten: Wie viel Zeit, in der die Anlage aktiv war, wurde tatsächlich für die Produktion genutzt? Wie viele qualitativ hochwertige Einheiten konnten in dieser Zeitspanne hergestellt werden? Ein OEE-Wert von 100 % zeigt an, dass ausschließlich fehlerfreie Produkte in maximaler Geschwindigkeit und ohne Unterbrechungen hergestellt wurden.

Wie bringt eine Analyse der OEE Unternehmen weiter?

Gerade in der wettbewerbsintensiven Industrie ist die Überwachung und Optimierung von Maschinenleistungen und -kosten entscheidend für den Unternehmenserfolg. Wer OEE Grundlagen beherrscht, kann schon einen Wettbewerbsvorteil haben.

Hier sind einige Vorteile der OEE-Berechnung für Unternehmen:

  • Effiziente Ressourcennutzung: Die OEE ermöglicht es, die Auslastung der Anlagen zu optimieren und Ressourcen effizienter einzusetzen.
  • Schnelle Problemerkennung: Durch die OEE-Berechnung können Probleme in der Produktion schnell identifiziert werden, was zu schnelleren Reaktionszeiten und geringeren Ausfallzeiten führt.
  • Transparenz in Prozessen: Die OEE schafft Transparenz über die Leistungsfähigkeit der gesamten Anlage und einzelner Maschinen, was zur Verbesserung von betrieblichen Abläufen beiträgt.
  • Nachhaltige Optimierung: Die OEE ermöglicht es, kontinuierliche Verbesserungen vorzunehmen und so die Effektivität der gesamten Anlagen langfristig zu steigern.

Wie wird die OEE berechnet?

Die OEE ist ein Konzept, das sich aus drei wesentlichen Faktoren zusammensetzt, um die Effizienz der Anlagenverfügbarkeit zu bewerten: Verfügbarkeitsfaktor, Leistungsfaktor und Qualitätsfaktor. Innerhalb dieser Dimensionen manifestieren sich auch die Ursachen für Probleme.

Die Berechnung der OEE sieht so aus:

  • OEE = Verfügbarkeitsfaktor (%) x Leistungsfaktor (%) x Qualitätsfaktor (%)
  • Der Verfügbarkeitsfaktor (%) wird ermittelt durch:
  • Verfügbarkeitsfaktor (%) = Betriebszeit / verfügbare Zeit
  • Der Leistungsfaktor (%) wird ermittelt durch:
  • Leistungsfaktor (%) = Gesamtproduktion / (Soll-Produktionsrate x Betriebszeit)
  • Der Qualitätsfaktor (%) wird ermittelt durch:
  • Qualitätsfaktor (%) = Gute Produktion / Gesamtproduktion

Hervorragende OEE-Werte liegen bei 80 % und höher. Die Anwendung der OEE-Berechnung und deren Visualisierung ermöglicht die Identifizierung von Verlustquellen und die Optimierung von Engpassmaschinen. Maschinen, die nicht optimal arbeiten und in der Regel nur einen Wert von 60 % aufweisen, können auf diese Weise verbessert werden.

Die OEE und Predictive Maintenance

Ein entscheidender Aspekt in der Anwendung der Overall Equipment Effectiveness (OEE) ist die Integration in das Konzept der Predictive Maintenance, auch als vorausschauende Instandhaltung bekannt. Diese moderne Herangehensweise revolutioniert die Wartungspraktiken in der Industrie und optimiert die OEE auf eine noch effektivere Weise.

Durch die kontinuierliche Erfassung und Analyse von Maschinendaten können Unternehmen mithilfe von Predictive Maintenance Wartungsbedarf vorhersehen und planen, bevor es zu unerwarteten Ausfällen kommt. Dies bedeutet, dass Maschinen nur dann gewartet werden, wenn es tatsächlich erforderlich ist, anstatt nach einem starren Zeitplan. Diese präventive Herangehensweise reduziert nicht nur ungeplante Stillstandzeiten erheblich, sondern steigert auch die OEE, indem die Verfügbarkeit der Anlagen weiter maximiert wird. Gemeinsam ebnen diese Strategien den Weg zur Industrie 4.0.

Die OEE gehört zur Produktion der Zukunft

Neben der wachsenden Forderung nach einer grünen Industrie steigt auch der Druck für industrielle Betriebe, ihre Prozesse zu optimieren. In diesem Kontext ist die Overall Equipment Effectiveness (OEE) nicht nur eine Kennzahl, sondern ein zentrales Instrument zur Steigerung der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Ihr Wert geht über die reine Datenerfassung hinaus und erstreckt sich auf die Identifizierung von Verlustquellen, die Optimierung von Maschinen und die Bereitstellung eines klaren Einblicks in Produktionsprozesse.

Ähnliche Beiträge

Dosiertechnik in der Industrie: Technische Entwicklungen und Einsatzbereiche

Heinrich Gellertshausen

Industrie-Trends: Lasergravuren aus Naturstein

O-Ringe in der Industrie: Die erste Wahl beim Abdichten

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner