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Industrie

Gummi- und Silikonmischungen: Anwendung in der Automobilbranche

In der Automobilbranche übernimmt Gummi als Material zur Fertigung von Fahrzeugkomponenten eine unverzichtbare Rolle. Es kommt bei Dichtungen, Kabeln, Schläuchen, Reifen, zahlreichen Designelementen und vielen weiteren Bestandteilen moderner Fahrzeuge zum Einsatz und hat die industrielle Fertigung von Automobilen erst möglich gemacht. Wo genau Gummi- und Silikonmischungen in der Automobilbranche verwendet werden, welche unterschiedlichen Polymere für solche Mischungen genutzt werden und durch welche Eigenschaften diese überzeugen, darüber bieten wir hier einen Überblick.

Hier kommen Silikon- und Gummimischungen zum Einsatz

In der Automobilindustrie wird eine je nach Einsatzbereich individuelle Gummimischung zum Beispiel beim Interieur, dem Exterieur, bei Komponenten des Motorwerks, Fahrwerks und Antriebs verwendet. Kurzum lässt sich sagen, dass Gummi in beinahe allen Bereichen eines Automobils genutzt wird. Allerdings sind die Einsatzbereiche solcher Gummimischungen nicht auf die Automobilindustrie begrenzt und finden darüber hinaus auch in der chemischen Industrie, der Lebensmittelindustrie, der Windenergie, Trinkwasserversorgung und vielen weiteren Bereichen Verwendung.

Die in allen Gummi- und Silikonmischungen verwendeten Polymere sind Kettenmoleküle oder verzweigte Moleküle aus gleichartigen oder gleichen Einheiten. In der Automobilbranche sind zahlreiche Polymere nutzbar und weisen jeweils ganz eigene Vorteile auf.

Unterschiedliche Polymere in Gummimischungen

Für Gummimischungen für Motorlager und Dichtungen wird gerne Naturkautschuk, kurz NR, verwendet. Zu seinen Eigenschaften gehören ein großer Einsatztemperaturbereich, optimale dynamische Eigenschaften, ein hoher Weiterreißwiderstand und eine Resistenz gegenüber Wasser, Glykolen, Alkoholen und schwachen Säuren oder Basen. Styrol Butadien Kautschuk (SBR) wird üblicherweise vor allem bei der Herstellung von Reifen genutzt, weil es exzellente Abriebseigenschaften bietet. Auch die hohe Festigkeit und Elastizität so wie die Beständigkeit gegenüber Alterung und Hitze machen es zum häufig eingesetzten Polymer in Gummimischungen.

Weitere Formen von Kautschuk für Gummimischungen in der Automobilindustrie sind Chloropren Kautschuk mit einer hohen Flammwidrigkeit, Nitril Kautschuk mit einer Beständigkeit gegenüber Öl und Kraftstoff, Butyl Kautschuk mit einer geringen Gasdurchlässigkeit und Ethylen Propylen Dien Kautschuk mit einem niedrigen Druckverformungsrest. Chlorsulfoniertes Polyethylen als Bestandteil in Gummi- und Silikonmischungen zeichnet sich durch eine gute Beständigkeit gegenüber Ozon, Alterungsprozessen und der Witterung aus. Es ist zudem beständig gegenüber Basen und Säuren so wie oxidierenden Chemikalien.

Zu den Vorteilen von CPE (chloriertem Polyethylen) gehören eine gute Farbstabilität und solide Ölbeständigkeit, weshalb das Polymer unter anderem zur Herstellung von Kabelummantelungen verwendet wird. Fluor-Silikon ist ebenfalls ein häufig genutztes Polymer bei Gummimischungen zur Anwendung in der Automobilindustrie, da es eine sehr gute thermische Beständigkeit und Kälteflexibilität aufweist. Darüber hinaus können noch zahlreiche weitere Polymere für Gummi- und Silikonmischungen genutzt werden.

Kundenspezifische Mischungen für optimale Materialeigenschaften

Für den Einsatz in der Automobilindustrie werden Kautschuk- und Silikonmischungen häufig nach spezifischem Kundenwunsch, ausgerichtet nach dem vorgesehenen Einsatzbereich, hergestellt. Dadurch lassen sich optimale Produkteigenschaften erzielen, welche inzwischen längst unverzichtbar bei der anspruchsvollen Fertigung von Zubehörteilen für Fahrzeuge sind.

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